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01.02.2024

Ethik und Verantwortung

Heute geht es mal um ein ernstes Thema ohne schöne Bilder von glücklichen Hunden im Schnee und Sonnenschein, Nordlichter oder was Lappland sonst so besonders macht. 

Denn leider hat Lappland – oder genauer gesagt die Schlittenhundeszene – auch Schattenseiten. Vielen Touristen, die schon immer mal eine Schlittenhundetour machen wollten und erst recht denjenigen, die es erst seit Kurzem, seit es „in“ ist, auf ihrer Bucket-List haben, ist gar nicht bewusst, wie viel Leid zum Teil mit diesem Business verbunden ist. Deshalb soll heute Mal ein kleines bisschen Aufklärung erfolgen, um ein Bewusstsein zu schaffen und so vielleicht dem ein oder anderen Schlittenhund ein besseres Leben zu ermöglichen. 

Wie ich ausgerechnet jetzt darauf komme? Zwei Anlässe sind aktuell sehr präsent. Zum Einen hat die für die Kontrollen der Schlittenhundekennel zuständige Behörde Länsstyrelsen in den vergangenen Monaten mehrfach mehrere Dutzend Hunde wegen Verstoßes gegen die Tierschutzbestimmungen beschlagnahmt. Nicht zum ersten Mal, aber aktuell häuft es sich wieder und betrifft weit über 100 Hunde. Wohin die alle vermittelt werden sollen? Ich weiß es nicht. Zum anderen wird unser Rafiki gerade wegen eines Kreuzbandrisses operiert, bei der die klare Aussage des Tierarztes war, dass die meisten Eigentümer den Hund eher einschläfern lassen, als eine teure OP mit ungewissem Ausgang zu bezahlen. 

Nun aber der Reihe nach. Schweden hat, im Gegensatz zu Finnland und Norwegen, ein sehr strenges Tierschutzgesetz.

Zunächst ist die Kettenhaltung in Schweden verboten. Das kann man nun gut finden oder auch nicht. Wir selbst haben in Norwegen ein perfektes Beispiel von Kettenhaltung kennengelernt, die meines Erachtens der Zwingerhaltung weder im Hinblick auf Bewegung noch soziale Kontakte in irgendetwas nachsteht und durchaus auch Vorteile aufweist. Allerdings haben wir auch das Gegenteil kennengelernt, zu kurze Ketten (die vor einer angekündigten Kontrolle mal schnell verlängert wurden, was nur ging, weil zwei Drittel der Hunde auf Tour waren) und keinerlei Freilauf. Und da leider die konkrete Ausgestaltung oft nicht ausreichend kontrolliert wird (werden kann?) und viele Kennel im Bereich des Massentourismus nur auf den Profit schauen, erscheint ein Verbot der Kettenhaltung durchaus positiv. 

Hinsichtlich Zwingerhaltung sind die Vorschriften in Schweden sehr umfangreich. Die Zwinger müssen relativ groß sein, es muss isolierte Hundehütten mit Stroh, Spänen oder einer ähnlichen Unterlage bzw. ein Hundehaus geben, die Hunde müssen im Sommer permanent Zugang zu Frischwasser haben, sie müssen täglich Freilauf bekommen usw. Auch wenn man sich über manche Details streiten kann, so sind die Ansätze im Sinne des Tierwohls definitiv zu begrüßen. Des Weiteren gibt es in Schweden die Pflicht, jeden Hund beim Jordbruksverket zu registrieren und außerdem eine Genehmigung für den Kennel zu beantragen, wenn man mehr als zehn erwachsene Hunde hat oder gewerblich mit Hunden (da reicht schon einer) tätig ist. Aber hier kommen wir auch schon zu einem grundlegenden Problem. Ich kenne nur sehr wenige Musher neben uns, die alle ihre Hunde registriert haben, so dass vermutlich gar nicht bekannt ist, wie viele Schlittenhunde es überhaupt gibt. Noch schlimmer ist aber, dass sehr viele – leider auch viele eingewanderte Musher – ihre Kennel nicht registrieren, weshalb es für Länsstyrelsen natürlich schwierig ist, diese zu kontrollieren, wenn nicht einmal bekannt ist, dass es sie gibt. Nun könnte man einwenden, wenn sich niemand beschwert, gibt es wahrscheinlich auch nichts zu bemängeln. Aber macht man es sich damit nicht vielleicht etwas leicht? Weiß denn jeder Nachbar wie genau die Vorschriften aussehen? Und warum soll sich nicht jeder an die Vorschriften halten müssen?

Ein ähnliches Problem besteht mit den großen Kenneln, die selbst gar nicht so viele Hunde haben und nur für die Saison Musher mit eigenen Hunden bei sich aufnehmen, oft natürlich mit zu wenig Platz für alle Hunde und sich der Verantwortung entziehend, auch im Sommer für die Tiere sorgen zu müssen, die im Winter das Geld verdienen. 

Noch schlimmer wird es, wenn man weiß, dass es Kennel in Skandinavien gibt, die gezielt auf den Winter hin Puppies „produzieren“, damit die Gäste was zum Kuscheln und für tolle Instagram-Fotos haben. Nicht nur, dass man Puppies eigentlich lieber im Frühjahr/Sommer haben sollte, das Schlimmste ist, dass diese „Foto-Puppies“ teilweise nicht mal weiter aufgezogen werden. Es gibt Fälle da werden sie nach der Saison einfach entsorgt. 

Dieses Schicksal ereilt aber nicht nur Puppies, sondern vor allem auch alte und kranke Hunde oder solche, die vielleicht nicht so hart arbeiten oder aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr gewollt sind. Leider ist es in allen drei Ländern gesetzlich erlaubt, Hunde die man nicht mehr will ohne medizinische Indikation einzuschläfern oder zu erschießen, solange der Hund bei der Tötung nicht gequält wird. Könnt ihr euch das vorstellen? Solange der Hund süß ist, um Fotos zu machen oder den Schlitten zieht, auf dem zahlende Touristen sitzen/stehen, dürfen sie leben, wenn sie aber nur noch Geld kosten, entledigt man sich ihnen! In was für einer Welt leben wir denn bitte? Geht das Geschäft wirklich über alles?

Natürlich haben auch wir schon oft gehört, dass Schlittenhundetouren ja so teuer seien. Ja, sie sind nicht billig. Und auch ich komme aus einem Umfeld, wo sich viele einen solchen Urlaub vielleicht nie leisten können. Das ist schade, für die, die es wirklich ernsthaft interessiert. Nichtsdestotrotz muss man sich einmal bewusst machen, wie viele Wochen im Jahr ein Schlittenhund Geld verdient und wie viele Monate im Jahr er mehr oder weniger nur Geld kostet, sei es Futter, Wasser, die Ausrüstung des Kennels, Tierarzt, Strom, usw. Nicht zu vergessen die ein bis eineinhalb Jahre bis das süße Puppy anfängt zu arbeiten und die Jahre als Rentner, was durchaus fünf Jahre sein können. Ganz grob gesagt, verdient ein Hund vielleicht in zwei Drittel seines Lebens jeweils ein Viertel des Jahres Geld, den Rest der Zeit kostet er. Aber rechtfertigt uns das, ihn zum Objekt eines „Billigurlaubs“ zu machen? Ganz sicher nicht! Unsere Hunde sind unsere Familie und ihnen soll es an nichts fehlen. Wir möchten unsere Gäste an diesem Leben mit unseren Hunden teilhaben lassen. Ja, das kostet. Und wir verstehen jeden, der es sich nicht leisten kann. Es ist auch völlig ok für uns, wenn jemand „zur Konkurrenz“ geht, denn wir haben diesen Konkurrenzgedanken nicht. Aber wir möchten einfach alle, die eine Schlittenhundetour machen möchten – egal, ob ein paar Stunden oder mehrere Tage – bitten: schaut euch an, wo ihr bucht, hinterfragt es, alles! Rechnet nach: zehn „Vorzeige-Oldies“ können nicht stimmen, wenn man 300 laufende Hunde hat, außer es gibt ein plausibles und praktikables Re-Homing-Programm. Auch wenn ihr über Reiseveranstalter bucht – was total legitim ist – pocht auf mehr Informationen. Denn leider machen sich auch nicht alle Reiseveranstalter genug Gedanken. 

Und nun kommen wir zu Rafiki. Der kleine Wirbelwind war eigentlich eingeplant, beim Metsjövidda Fjällrace zu laufen. Leider hat er sich an Weihnachten verletzt. Glücklicherweise nicht auf Tour mit Gästen, so muss sich weder ein Gast etwas vorwerfen, noch wir uns die Frage stellen, ob man wirklich Gäste Hunde fahren lassen darf. Nein, es ist banal, er ist einfach – wie jeden Tag bestimmt 100x – von der Hütte runtergesprungen. Und wahrscheinlich ungünstig gelandet. Zuerst dachten wir, das gibt sich nach ein paar Tagen wieder, denn bis auf ein leichtes Humpeln am ersten Tag, ist er sofort wieder wie ein Verrückter rumgerannt und gesprungen und hat bei Untersuchungen durch uns keinerlei Schmerz gezeigt. Allerdings konnte man im Stand sehen, dass er den Fuß nicht richtig aufsetzt. Als es nach einer Woche nicht besser wurde, waren wir beim Tierarzt und unter Narkose konnte man den Test machen: das Kreuzband ist durch und muss operiert werden. Diese Operation führen nicht so viele Tierärzte durch, aber es gibt einen Spezialisten, der auch „nur“ 200km one way von uns entfernt ist. Naja, wir sind in Lappland, da ist das noch nicht weit. Wir waren dann in der zweiten Januarwoche zur Voruntersuchung. Dabei erklärte mir der Tierarzt, wie die Operation verläuft und dass es für arbeitende (Schlitten-)Hunde keine Garantie gäbe, dass sie wieder arbeiten können. Viele Hundebesitzer (insbesondere bei Jagdhunden) ließen ihre Hunde daher lieber einschläfern als knapp 50.000 SEK für eine Operation mit ungewisser Prognose auszugeben. Das sei halt so in Schweden. Hallo? Da sind wir doch wieder beim Thema. Rafiki ist drei Jahre alt, ein absoluter „Happy-Dog“ und den soll man einschläfern, weil er jetzt Geld kostet und vielleicht keins mehr verdient? Ja, natürlich reißen diese Kosten, die noch nicht einmal die Rehabilitation einschließen, ein großes Loch in unser Budget. Aber man weiß, dass ein Hund nach so einer Operation normal laufen und rennen kann und keine Schmerzen hat. Da muss es doch wohl vollkommen egal sein, ob er später wieder einen Schlitten zieht oder nicht. Für uns stand keine Sekunde in Zweifel, dass Rafiki die Operation bekommt und natürlich hoffen wir, dass er sich gut erholt, denn er wird jetzt schon verrückt, wenn die anderen auf Tour gehen und er nicht mit kann. Und falls nicht? Dann wird er eben Kuschelhund! Mal abgesehen davon, dass er ja auch ein perfektes Fotomodell ist 😉 An dieser Stelle möchten wir auch die Gelegenheit nutzen, uns bei einigen unserer lieben Gäste zu bedanken, die uns mit einem Beitrag zu Rafikis OP unterstützen, DANKESCHÖN 🙏 

Und zum Abschluss: jeder Musher trägt die Verantwortung für seine Hunde, aber wenn auch die Touristen kritischer hinterfragen, wie die Hunde leben, wird es irgendwann vielleicht nicht mehr möglich sein, Massentourismus auf Kosten der Hunde anzubieten. Ich wünsche es mir und ich weiß, dass wir Musher-Kollegen haben, die es genauso sehen und Gäste, die uns unterstützen. Aber noch sind wir nicht am Ziel. Deshalb: schaut nicht weg! Fragt nach! Handelt!

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19.01.2024

Metsjövidda Fjällrace

Wir sind zurück im Rennsport 😃

Vor fast zehn Jahren begann Yvonne, professionell mit Schlittenhunden zu arbeiten. Zu dieser Zeit trainierte sie hauptsächlich Rennhunde für Langdistanzrennen. Und selbst wenn sie auch einige schöne Touren mit Gästen gemacht hat, wissen diejenigen unter euch, die sie kennen, dass es sie wirklich glücklich macht, stundenlang allein mit den Hunden unterwegs zu sein. Als wir in den letzten Jahren mit dem Aufbau unseres eigenen Kennels begannen, gab es natürlich keine Möglichkeit, auch nur an Rennen zu denken. Aber als wir die Einladung bekamen, am Metsjövidda Fjällrace teilzunehmen, das von Langdistanz-Weltmeister Petter Karlsson organisiert wird, gab es keinen Zweifel, dass wir das gerne machen würden.

Ursprünglich hatten wir geplant, mit zwei Teams teilzunehmen, um vielen Hunden neue Erfahrungen zu ermöglichen, einem Team auf 320 km und dem Team mit den jüngeren Hunden auf 240 km. Im Herbst konnten wir mehr oder weniger nach diesen Plänen trainieren, aber als der Schnee kam, wurde es schwieriger. Auch wenn es schon im Oktober und November relativ lange sehr kalt war, kam es den ganzen Dezember über zu wahnsinnig viel Overflow auf den Seen und die Flüsse waren nicht zugefroren. So waren viele Trails nicht befahrbar und wenn wir lange Trainings machen wollten, mussten wir ständig die gleichen Trails wiederholen und Pause war oft im Kennel.

Dennoch waren wir bis Weihnachten ziemlich sicher, dass alles wie geplant verlaufen würde. Doch plötzlich mussten wir umdenken. Rafiki begann unabhängig vom Training oder einer Tour zu humpeln, wahrscheinlich nachdem er von der Hundehütte gesprungen war. Wir untersuchten ihn und konnten den Grund nicht finden. Es schien, als hätte er keine Schmerzen und er rannte und sprang immer noch wie verrückt. Aber als er stillstand, konnte man sehen, dass sein hinterer rechter Fuß nicht belastet war. Und da es nach ein paar Tagen nicht besser wurde, gingen wir Anfang des neuen Jahres zum Tierarzt. Die Diagnose war ein Schock. Er hat einen Kreuzbandriss. Eine der kompliziertesten Operationen an Hunden mit unvorhersehbarer Zukunft. Als wir zur OP-Voruntersuchung in der Spezialklinik waren, teilten sie mir deutlich mit, dass die meisten Besitzer sich dafür entscheiden, den Hund einzuschläfern, anstatt viel Geld für eine Operation mit unbekanntem Ergebnis auszugeben. Das ist für uns natürlich absolut keine Option. Nun warten wir also auf die Operation, die für den ersten Februar geplant ist, und versuchen, Rafiki so ruhig wie möglich zu halten. Aber er ist verrückt, auch wenn er jetzt drinnen lebt und an der Leine ist, wenn wir rausgehen, will er rennen und springen. Aber natürlich war er fürs Rennen aus dem Team.

Zur gleichen Zeit begann unser Hauptleithund Barolo, sehr schlecht zu fressen. Wahrscheinlich, weil seine Partnerin Ruby läufig war und sie nicht zusammen sein konnten. Wir konnten versuchen, was wir wollten, er hat es nicht genommen. Und natürlich verlor er an Gewicht. Daher war es fraglich, ob unser wichtigster Hund beim Rennen starten konnte.

Dann erlebten wir direkt nach Neujahr eine Woche mit Temperaturen bis minus -40°. Nicht nur, dass wir unsere Zeit damit verbracht haben, gegen das Einfrieren der Wasserleitungen zu kämpfen und zu versuchen, das Haus warm zu halten – das heißt, es drinnen nicht unter +10° zu haben 🥶 – war es bei diesen Temperaturen auch nicht möglich, längere Trainingsläufe zu absolvieren.

Also mussten wir über unsere Rennpläne nachdenken. Es war sogar fraglich, ob wir überhaupt Rennen fahren können, aber da wir viel trainiert und uns sehr darauf gefreut haben, haben wir beschlossen, dass wir zumindest mit einem Team starten wollen.

Da Rafiki ausgefallen war, beschlossen wir, das Team mit Ruby zu ergänzen, die als Leithündin des Yearlingteams vorgesehen war, und mit Max, dem derzeit vielversprechendsten Hund der fünf Yearlings. Wir haben uns außerdem entschieden, die Distanz auf 240 km zu verkürzen, damit sie auch für Max zu bewältigen ist.

Am Samstag haben wir das Team final zusammengestellt: Barolo und Ruby als Hauptleithunde, Max und Mavas als vielversprechende Junghunde, Timon, Pumba und Zazu als die immer „happy dogs“ und Luna und Stella als Motivatoren und kleine Motoren im Wheel.

Wir verbrachten das Wochenende damit, Snacks zuzuschneiden und zu verpacken, Booties in den richtigen Größen für genau diese Teamzusammensetzung vorzubereiten, die gesamte Ausrüstung zu überprüfen und zu verpacken usw.

Am Montag fuhren wir nach Slussfors, wo es kalt war, -29° und es war vorhergesagt, dass es auch in den folgenden Tagen kalt und windig sein würde. Ich hatte ein bisschen Angst, wie meine Füße und Finger zurechtkommen würden. Aber trotzdem konnte ich es kaum erwarten, zu starten. Für uns war es natürlich kein Rennen im Sinne am schnellsten ins Ziel zu kommen, sondern um den Hunden die Möglichkeit zu geben, viele neue Erfahrungen zu sammeln.

Der Start des Rennens war am Dienstag um neun Uhr. Da es sich um ein Rennen unter Freunden handelt, gab es keine strenge Startreihenfolge, jeder konnte starten, sobald er oder sie bereit war. Wenn man aber vorhat, nicht zu schnell zu fahren, lässt man natürlich zuerst die Teams starten, von denen man weiß, dass sie schneller fahren. Also startete ich mit meinem Team zehn Minuten nach neun.

Von Anfang an war es ein toller Trail, der ein wenig bergauf durch den Wald führte und nach der ersten Straßenüberquerung an einigen Seen und Flüssen entlang. Am Anfang überholte ich einige Teams und wurde von anderen überholt, z.B. von Petter, von dem ich eigentlich dachte, er sei vor mir gestartet 😂

Das Wetter war kalt, aber nicht zu kalt. Ich habe vergessen, ein Thermometer am Schlitten anzubringen, aber ich schätze, es waren -20° oder etwas darunter. Es wehte etwas Wind, aber um diese Zeit war es in Ordnung. Der Weg führte hinauf in die Berge und nach einer Weile war ich allein mit meinem Team. Die Teams vorn hatten einen gewissen Abstand zu mir und auch zu den Teams dahinter hatte ich Abstand, so dass ich niemanden sehen konnte und es einfach genoss, mit meinen Hunden in einer so schönen Gegend unterwegs zu sein. Natürlich konnte man nicht so viel von den Bergen sehen, weil es anfing zu schneien und windig war, aber trotzdem war es toll. Auf einem der Fjällebenen, habe ich versucht, mit der GoPro zu filmen, aber da es kalt war, ging sie fast sofort wieder aus. Mein Handy steckte zum Schutz vor der Kälte so tief in meiner Kleidung, dass ich es ohne Anhalten nicht erreichen konnte, daher habe ich leider nicht viele Bilder oder Videos vom Rennen. Aber ich habe die Erinnerungen daran in meinem Herzen 🥰

Mein Plan war, nach 60km eine Pause einzulegen, bevor wir einen 20km langen See passieren mussten. Vor dem Rennen sagte mir Petter, dass es dort unten vielleicht kalt sein könnte, so dass es eventuell sinnvoll wäre, etwas früher zu stoppen. Etwas zu spät wurde mir klar, dass es etwa 55 km entfernt eine kleine Hütte gab, an der ich Malin und Lars Pause machen sah. Für einen kurzen Moment dachte ich darüber nach, auch dort in der Nähe zu campieren, aber da mir überhaupt nicht kalt war, beschloss ich, beim ursprünglichen Plan zu bleiben. Die Abfahrt zum See war ein bisschen wie eine Achterbahn, ein wirklich lustiger Trail. Als wir gegen 13:45 Uhr ankamen, waren zwei Teams schon dort, bereiteten sich aber bereits auf die Weiterfahrt vor. Ich habe meine Hunde gesnackt, die Booties ausgezogen und ihnen Betten aus Heu gemacht. Dann kochte ich etwas Wasser, um ihnen eine richtige Mahlzeit zuzubereiten. Da es noch am Anfang des Rennens war, waren sie nicht so erpicht darauf, die Snacks zu sich zu nehmen, aber jeder aß etwas. Manche Hunde bevorzugen Trockenfutter, manche Fleisch oder Fett, manche nehmen es mit Wasser, manche kippen den Napf um, sobald sie ihn bekommen haben. Jeder Hund ist individuell, aber solange man ihn kennt und für jeden einzelnen Hund die richtige Art und Weise findet, ihn zum Fressen zu bewegen, ist das in Ordnung. Relativ zu Beginn unserer Ruhepause kamen Malin und Lars vorbei und die Hunde standen auf, machten dann aber doch ein Nickerchen. Wir hatten eine schöne 3,5-stündige Pause und tatsächlich war es nicht so kalt. Während ich den Hunden wieder Booties anzog, kamen zwei weitere Teams vorbei. Wenn ich mich recht erinnere, verließen wir unseren Rastplatz gegen 17:15 Uhr. Ich ging davon aus, dass der Teil über den See langweilig und langsam sein wird, weil unsere Hunde auf Seen normalerweise nicht so schnell sind. Aber sie liefen äußerst motiviert mit 15-17km/h. So kamen wir nach einer Weile zu den beiden Teams, die kurz zuvor vorbeigefahren waren. Normalerweise überholt Barolo ein Team ohne Interesse an den anderen Hunden, aber dieses Mal war es nicht so einfach, da in mehreren Teams läufige Hündinnen waren. Während des Rennens stellte sich immer mehr heraus, dass er von all diesen neuen Erfahrungen, neuen Hunden und wahrscheinlich am meisten von den Hündinnen abgelenkt war. Nachdem wir den See passiert hatten, fuhren wir bergauf viel langsamer, weil Barolos Nase die ganze Zeit auf dem Boden war 🙈

Nach einer Weile erhielt ich einen Anruf von Angela, dass einer der Musher vor mir einen Schneeanker verloren habe und ich aufpassen sollte, ihn nicht zu überfahren. Nachdem ich ihn eine ganze Weile nicht gesehen hatte, war ich mir fast sicher, dass ich ihn bereits passiert hatte, entspannte ein wenig und hörte auf zu suchen… und plötzlich war er da. Ich habe ihn auf meinem Schlitten mitgenommen, so war das Risiko gebannt, dass ein anderes Team vielleicht darüber fahren und sich verletzen könnte.

Im Laufe des Abends wurde der Wind und der Schnee stärker und an den freien Stellen begann der Trail verweht zu werden. Nicht, dass es ein Problem gewesen wäre, denn größtenteils war der Weg markiert und ich hatte ihn auch auf dem GPS, aber das Wetter wurde schlechter. Als es etwa 5-10 km bis zum Checkpunkt Danasjö bei 120 km waren, war mein GPS etwas seltsam und ich war mir nicht sicher, ob es tatsächlich den richtigen Weg anzeigte (es zoomte immer aus, wenn ich versuchte, Details zu sehen). Also habe ich es irgendwie geschafft, mein Handy hervorzuholen und nachzusehen, ob ich in der Nähe von Danasjö bin. Und habe auch eine Nachricht von Angela gesehen, dass aufgrund des Wetters und des bevorstehenden Sturms der Trail geändert wurde (ursprünglich wäre es der gleiche Rückweg gewesen). Aber während der Fahrt war ich zu doof, um die Botschaft zu verstehen. Beziehungsweise ich habe verstanden, dass sich der Weg ändert, aber nicht, wo er weitergeht. Also habe ich nur gehofft, dass es nach dem Checkpunkt geändert werden sollte und nicht auf dem Weg dorthin 😉 Aber es war nicht mehr so weit und nach einer Weile erreichte ich Danasjö, ich schätze, gegen 22:00 Uhr oder vielleicht 15 Minuten früher (sorry, ich habe die genauen Zeiten vergessen). Auch hier bekamen die Hunde Snacks, Futter und Heu und konnten eine Weile schlafen. Luna war – mal wieder – die Einzige, die sich nicht hinlegen wollte. Später stellte ich fest, dass es der Hundemantel war, mit dem sie sich nicht wohl fühlte, auch wenn sie bereits auf Touren damit geschlafen hatte. In der Pause habe ich versucht, selbst eine halbe Stunde zu schlafen, aber ich bin sehr, sehr schlecht darin und konnte meinen Kopf nicht abschalten. Nach weiteren 3,5 Stunden starteten wir zur nächsten Etappe. Wie gesagt, es war nicht derselbe Rückweg, sondern eine 80 km lange Runde zurück nach Danasjö und dann noch einmal die Hälfte der Runde und zurück nach Hause. Da 80 km am Stück mit einem Teil über die Berge in der zweiten Hälfte etwas zu viel zu sein schienen, plante ich, nach etwa 40 km eine weitere Pause einzulegen.

Der Start dieser Etappe war ganz ok. Nach einer Weile kamen wieder zwei größere Seen. Nicht vergleichbar mit den 20 km von zuvor, aber trotzdem einige Kilometer über Seen. Aber auch hier haben die Hunde gute Arbeit geleistet und die Geschwindigkeit war in Ordnung. Nach den Seen gibt es einige Kilometer auf Forststraßen und das war wirklich langweilig. Ich musste die Leithunde wechseln, um die Motivation aufrechtzuerhalten. Und natürlich half es nicht so sehr, dass ich selbst etwas müde wurde 🥱 Wir fuhren weiter und machten nach 50 km eine Pause für weitere 2,5 Stunden. Nachdem ich mich um die Hunde gekümmert hatte, nahm ich meinen Biwaksack, ruhte mich auf dem Schlitten aus und versuchte noch einmal, etwas Schlaf zu finden. Wenn ich mich richtig erinnere, war es etwa 8 Uhr, als wir wieder losfuhren, also wurde es wieder hell, was es für mich einfacher machte. Nun wartete der nächste Berg. Wir waren etwas langsam bergauf, kamen aber beständig voran, also alles in allem völlig in Ordnung. Oben auf dem Fjäll gab es relativ viel Wind und Schneeverwehungen, aber an den meisten Stellen konnte man die Ränder des Trails noch erahnen. Hier war es nicht markiert, daher habe ich ständig das GPS überprüft, um sicherzugehen, dass ich auf dem richtigen Weg bleibe. Aber die Hunde haben es super gemacht. Zuerst zeigte Ruby Max, wie man eine überwehte Spur findet, später übernahm Barolo von Ruby. Die letzten 12 km dieser Etappe zurück zum Checkpunkt kannten die Hunde bereits und liefen schnell und motiviert. Hier trafen wir auf sechs Teams, die vom Checkpunkt aus gestartet waren und wieder einmal waren einige Überholmanöver wegen verrückter Hunde nicht perfekt 🤣 Aber wir erreichten Danasjö äußerst gut gelaunt und hochmotiviert weiterzumachen. Für einen Moment dachte ich darüber nach, die Pause hier auszulassen und sie vielleicht später auf dem Weg zu machen, denn selbst wenn wir jetzt 200 km geschafft hatten, wusste ich, dass es bis zum Ziel noch etwas mehr als 40 km sein würden (ich schätzte auf etwa 50 km, am Ende waren es 59km). Also gönnte ich den Hunden noch einmal 1,5 Stunden Pause, bevor es wieder losging.

Sie starteten gut, aber schon nach ein paar hundert Metern wollten Barolo und Max nicht mehr gemeinsam vorne laufen. Zuerst habe ich versucht, die Leithunde komplett zu ändern, aber am Ende war es doch Barolo im Singlelead, der uns weiter brachte. Ich machte vor den beiden Seen eine Snackpause und brachte Ruby danach zurück zu Barolo. Es lag jetzt mehr Schnee, aber es war immer noch möglich, den Weg zu finden. Die nächste Snackpause war auf einer langweiligen Forststraße und dort waren die Hunde nicht so motiviert weiterzulaufen, taten es aber trotzdem. Leider ging nur wenige Minuten später, kurz vor dem nächsten See, die Batterie meiner Stirnlampe kaputt (vermutlich wegen der Kälte löste sich der obere Teil mit dem Kabel von der Batterie selbst), so dass ich plötzlich kein Licht mehr hatte, bis ich die Zusatzbatterie aus dem Schlitten geholt hatte. Und dieses Mal rollten die Hunde sich zusammen und schliefen. Ich gab ihnen viele Extra-Snacks, was sie alles aufaßen, war aber trotzdem gezwungen, ihnen eine Pause zu gönnen. Ich habe das GPS überprüft und festgestellt, dass es genau 240 km anzeigt. Vielleicht haben die Hunde die Strecke zu ernst genommen und nicht verstanden, dass der geänderte Trail etwas länger war 😉🙈 Übrigens ist auch mein Handyakku leer geworden, obwohl ich ihn zwischendurch aufgeladen und versucht habe, ihn unter mehreren Schichten Kleidung warm zu halten. Daher war ich etwas nervös wegen meines GPS. Da es so kalt war, zeigte es sofort nach dem Einsetzen frisch geladener Batterien nur eine von vier möglichen Linien für die Batterie an. Bis zu diesem Teil des Rennens hatten sie zwar lange durchgehalten, aber nachdem schon eine Batterie der Stirnlampe kaputt und mein Telefon ausgeschaltet war, hatte ich Angst, auch mein GPS zu verlieren, weil das Wetter schlechter wurde und ich nicht sicher war, ob es möglich sein würde, die Strecke oder Markierungen zu sehen.

Nach etwa drei Stunden kam Petter, der sich auf dem letzten Teil der 320 km befand, an mir vorbei und hinter ihm wollten die Hunde wieder losrennen. So legten wir die letzten 20km gemeinsam zurück und erreichten kurz vor 23:00 Uhr das Ziel. Eine bessere Unterstützung für mich und die Hunde kann ich mir nicht vorstellen 😉

Die Hunde haben während des gesamten Rennens einen tollen Job gemacht. Vor allem unser Yearling Max hat sich super geschlagen, hat während des Rennens das Essen gelernt und war auch im Ziel happy. Das gilt natürlich auch für die „Rangers“ Timon, Pumba und Zazu. Auch nach dem Ziel schien es, als ob Pumba einfach weiterlaufen wollte. Aber natürlich sind alle Superhelden, die unter schwierigen Bedingungen in einem Gebiet gelaufen sind, in dem sie noch nie waren, viele neue Teams getroffen und so viele neue Erfahrungen gesammelt haben. Es war ein tolles Training und Vorbereitung für die Zukunft.

Ich bin sehr dankbar, dass ich die Chance bekommen habe, an dem Rennen teilzunehmen. Es ist so eine schöne Gegend und es war absolut toll, dies zusammen mit unseren eigenen Hunden zu erleben. Ein großes Dankeschön an Petter und Angela für die Einladung, Organisation und Unterstützung.

Und natürlich bin ich auch dankbar, dass Raffi mein Handler war und dafür gesorgt hat, dass ich genug esse und trinke und vielleicht auch etwas Schlaf bekomme. Keine leichte Aufgabe, ich weiß 🙈

Nun freuen wir uns auf den Rest der Wintersaison und schmieden bereits Pläne für das nächste Jahr.

Wie geschrieben habe ich fast keine Videos oder Bilder vom Rennen, aber ihr könnt ein kurzes Video auf unserem Instagram-Konto sehen.

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21.12.2023

Dezember – ein Monat voller Freude

Heute ist der kürzeste Tag des Jahres. Warum also nicht einen kurzen Rückblick auf den aktuellen Monat geben?

Der Dezember begann mit einer Halbtagestour mit Gästen, die wir bereits kennen – oder zumindest einer von ihnen, denn sie war unser erster Gast im Herbst 2022 und letzter Wintergast 2023 … scheint, dass wir etwas richtig machen, wenn jemand, der ursprünglich ein bisschen Angst vor der Kälte hatte, nicht widerstehen kann, immer wieder zurückzukommen ☺️

Am selben Tag trafen unsere Gäste der ersten Wochentour für diese Wintersaison ein. Und wir können uns wirklich nicht beschweren, mehr nette Gäste für uns und die Hunde. Und ich denke, auch die Gäste werden sich nicht beschweren… die Trails waren noch etwas holprig und schwierig, aber schon bei der ersten Tour konnten sie eine Schlittenfahrt mit einer Elchsafari kombinieren 😃 später erlebten sie echten Winter mit Temperaturen unter -30°, genau am Tag der Übernachtungstour. Aber eines vergaßen sie, bevor es wieder wärmer wurde: heißes Wasser in die Luft zu schütten… also haben wir es einige Tage später für sie getan.

Die nächsten Tage nutzten wir – neben weiterer Saisonvorbereitung – für längere Trainingsläufe mit den Hunden. Zumindest wenn es möglich war. Teilweise hatten wir viel Overflow auf den Seen, dann wurde es auch wieder sehr warm. Aber der erste 120-km-Lauf war selbst für unsere Yearlings überhaupt kein Problem. Auf dem letzten Kilometer, bevor wir den Kennel erreichten, begannen meine Hunde verrückt zu spielen, bellten, schrien und zogen so stark, dass ich die Bremskralle benutzen musste, um den Schlitten zu kontrollieren. Und während ich diesen Text schreibe, ist Raffi mit „meinem“ Team unterwegs, also dem Team, mit dem ich beim Metsjövidda Fjällrace fahren werde, um ein weiteres 180-km-Training zu absolvieren.

Aber kommen wir zurück zum Dezember, dem Monat der Dunkelheit. Nicht für uns! Ja, es ist der Monat mit den wenigsten Tageslichtstunden, aber die Farben des Himmels sind einfach magisch. Wir hatten jeden Tag mehrere Stunden lang Sonnenauf- und -untergänge, waren mehrere Tage hintereinander mit polaren Stratosphärenwolken – Perlmuttwolken – gesegnet, die viel seltener vorkommen als Nordlichter, und wir hatten spektakuläre Aurora Borealis. Es gibt keine Worte, um die Schönheit Schwedisch-Lapplands zu beschreiben.

Morgen beginnen wir unsere Weihnachts- und Neujahrstouren für externe Gäste, die in Arvidsjaur übernachten, und am Sonntag werden unsere eigenen Weihnachtsgäste eintreffen und eine Woche (plus einige Tage) voller Abenteuer und neuer Erfahrungen genießen.

Zu guter Letzt wünschen wir euch allen eine wunderschöne Weihnachtszeit. Vergesst an diesen Tagen den Alltagsstress und den kommerziellen Druck und findet einfach Ruhe und genießt die Zeit mit Familie und Freunden. Und danach: Habt einen tollen Start ins neue Jahr 2024. Wir hoffen, euch nächstes Jahr hier bei uns zu sehen 😊

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14.11.2023

November-Update

Nun ist der letzte Eintrag schon wieder dreieinhalb Monate her und seitdem hat sich Einiges getan… Aber wie immer bleibt nur selten Zeit, sich dem Blog zu widmen. So ist es gerade auch mitten in der Nacht während ich diese Zeilen schreibe. Aber bevor in zwei Wochen die Wintersaison so richtig beginnt, sollt ihr doch noch mal ein Update bekommen. 

Also, versuchen wir es mal chronologisch: wer uns auf Facebook oder Instagram folgt, wird nicht drum herumgekommen sein, Bekanntschaft mit unseren Puppies zu machen. Am 13.08. hat Lumene drei Welpen bekommen, Tornado, Chinook und Blixten, tatsächlich in der Reihenfolge. Papa der Bande ist Storm, unser Neuzugang aus dem April. Und ja, zugegebenermaßen war dieser Wurf nicht geplant. Nur wussten wir leider nicht, dass Storm sich zu läufigen Hündinnen durchgräbt. Aber was soll’s, die Kombination war von der Genetik ganz interessant und Lumene war damals bei den „König der Löwen“ eine so tolle Mutter, dass wir keinen Zweifel hatten, dass auch diesmal alles gut gehen wird. Und so war es dann auch. Die Puppies waren schon bei der Geburt sehr groß mit 470g bis 510g und dementsprechend agil. Das änderte sich dann etwas mit zwei, drei Wochen als wir dachten, dass sie bestimmt bald aus der Box klettern würden, da waren sie eher träge. Was aber wohl daran lag, dass sie noch zu schwer für ihre Beine waren. Die Namenswahl lag diesmal fast auf der Hand, zum Einen durch den Vater Storm, zum Anderen durch das stürmische und gewittrige Wetter kurz vor ihrer Geburt. Wir hatten zunächst über die schwedischen Worte für Blitz und Donner – Blixten und Åska – nachgedacht. Haben uns dann aber gegen Åska entschieden, weil wir meinten, dass das nicht so gästetauglich ist. Denn wer das schwedische Alphabet nicht kennt, liest wahrscheinlich Aska oder hört Oskar, beides irgendwie doof. Also haben wir uns stattdessen für Tornado entschieden, passenderweise auf schwedisch und deutsch das gleiche Wort. Den Namen für Chinook – einen Wind in den Rocky Mountains – haben unsere Freunde von Korpkullen Huskies ausgesucht, zu denen er mit knapp neun Wochen umgezogen ist. Blixten und Tornado sind nun drei Monate alt und wohnen aktuell mit Rafiki zusammen, den sie mit ihrer stürmischen Art terrorisieren können. Aber noch sind sie zu klein, um auf die Hütte zu kommen, wo Rafiki liebend gerne ganz entspannt liegt und die Umgebung beobachtet. 

Was ist noch passiert: am ersten September-Wochenende waren wir in Rovaniemi, das erste Mal für eineinhalb Tage gemeinsam weg von unserem Kennel, eine Premiere. Dort haben wir das zum ersten Mal durchgeführte Schlittenhundesymposium besucht… und mit Joël natürlich auch den Weihnachtsmann 🎅🏻 

Das Symposium ist natürlich nicht mit dem in Kiruna vergleichbar, aber dennoch gab es einige interessante und inspirierende Vorträge und die Gelegenheit, sich mit anderen Mushern auszutauschen. Für unseren weiteren Herbst am einflussreichsten war unser Gespräch mit Petter Karlsson, Weltmeister im Langdistanzrennen und unter anderem mehrfacher Sieger des Finnmarksløpet. Für Petter hätten wir vor ein paar Jahren fast mal gearbeitet, so dass wir schon länger losen Kontakt hatten. Nun hatten wir die Gelegenheit mit ihm und seiner Frau Angela unter anderem über den Aufbau unseres eigenen Kennels zu sprechen und die Überlegungen, vielleicht mal wieder Rennen zu fahren… und prompt haben wir die persönliche Einladung bekommen, an dem von Petter und Angela organisierten 320km langen Metsjövidda Fjällrace teilzunehmen. Wer kann da schon widerstehen? Aber erst mal galt es, ein bisschen zu organisieren. Denn nur zwei, drei Tage vor dem Symposium hatten wir Stammgästen eine Übernachtungstour zugesagt, die genau am Tag nach dem Rennen gewesen wäre. Glücklicherweise hatten deren Freunde, die auch dabei sein werden, ihre Flüge noch nicht gebucht, so dass wir diese Tour eine Woche vorverlegen konnten. Gleichzeitig hat eine Freundin, die zur Zeit bei uns ist, zugesagt, sich für die Zeit des Rennens um Joël und die restlichen Hunde zu kümmern. So konnten wir planen, mit zwei Teams teilzunehmen. Lustigerweise haben wiederum nur zwei, drei Tage nach der Zusage, Gäste vom letzten Jahr genau diese Woche für eine Tour angefragt – dabei dachten wir noch, das Datum läge recht praktisch in einer Zeit, wo nicht so viel los ist 😂🙈 aber auch diese Gäste waren flexibel und kommen nun nach dem Rennen… so hoffen wir also, dass alles läuft wie geplant und wir Mitte Januar endlich mal wieder Rennluft schnuppern. Wobei das Rennen für unsere Hunde absolut nicht als Rennen gedacht ist, sondern um Erfahrungen zu sammeln, Checkpoint-Routinen im „real life“ zu üben und die Atmosphäre bei einem Rennen kennenzulernen. Dementsprechend wird auch die Strategie sehr restriktiv sein und nur darauf ausgerichtet, für die Hunde ein positives Erlebnis zu schaffen, unabhängig von der Zeit, die wir benötigen. Aber dazu dann später mehr. 

Mit dem Training hatten wir natürlich schon vor dem Symposium begonnen, aber nun arbeitet man noch mehr auf ein Ziel hin. Denn seien wir mal ehrlich, nur um Touren zu fahren, müssten die Hunde nicht schon im August nach einem festgelegten Plan trainieren und die Trainingsdistanzen, die wir jetzt fahren, wären ebenfalls nicht notwendig. Man könnte sich das Leben also leichter machen – wo doch eh immer zu wenig Zeit für alles bleibt… Aber man sollte auch wissen, wofür man etwas tut. Wir möchten für unsere Gäste Träume wahr werden lassen wie schon unser Name verrät, aber das heißt ja nicht, dass man die eigenen Träume nicht verfolgen darf. Da nimmt man die Mehrbelastung doch gerne in Kauf. 

Ende September hatten wir dann den ersten Gast zum Herbsttraining in dieser Saison. Ich würde mal behaupten, trotz einiger Touren und Aufenthalte bei anderen Kenneln zuvor, konnte er noch Einiges Lernen 😉 Während einer Trainingsübernachtung im Zelt konnten unsere (älteren) Puppies, also Maya und ihre Geschwister, das erste Mal üben, wie es ist auf Tour am Stakeout zu schlafen… und vier von fünf haben das souverän gemeistert. Nur Max hatte irgendwie so gar keine Lust. Nicht, dass er am Stakeout rumgesprungen wäre oder so, nein, er hat einfach nicht aufgehört zu heulen. Und da Raffi und Joël uns zum Abendessen Gesellschaft geleistet hatten, haben wir beschlossen, die Übung für Max auf ein anderes Mal zu verschieben und er durfte mit nach Hause. Wo er allein im Zwinger genauso unglücklich war… also hat Raffi ihm kurzerhand Nala dazugegeben. Nach einigem wilden Spielen war dann irgendwann tatsächlich Ruhe. Übrigens ist Max mittlerweile bei den Pausen im Training ein Musterknabe und legt sich hin zum Entspannen, nicht immer, da unsere Hunde nämlich oft der Meinung sind, sie wollen lieber weiter, aber zumindest ist er einer derjenigen, die prinzipiell erstmal ruhig sind. 

Da sind wir also wieder beim Training… was schon seit ungefähr einem Monat auf weißem Untergrund erfolgt. So weit, so gut. Während es allerdings gefühlt in ganz Skandinavien extrem viel geschneit hat, zieht es bei uns wahlweise südöstlich oder nordwestlich vorbei und wir dümpeln immernoch bei wenigen Zentimetern Schnee herum. Während also alle fröhlich Bilder vom Schlittenfahren posten, trainieren wir noch immer mit dem Quad. So sehr ich auch Schlitten fahren möchte, machte es aber aus zeitlicher Sicht keinen Sinn, wenn dies nur mit einem kleinen Team gehen würde, denn dann müsste ich mich quasi klonen, um alle Hunde entsprechend des Planes zu trainieren. Also werde ich mich wohl weiter gedulden müssen und auf dem Quad frieren… denn an Kälte mangelt es nicht und die spürt man auf dem Quad deutlich mehr als auf dem Schlitten 🥶 Aber was tut man nicht alles für seine Träume 😉

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30.07.2023

Was ist Zeit? – oder: meine kleine Auszeit auf dem Kungsleden

Was für eine Frage! Weiß doch jeder: 60 Sekunden sind eine Minute, 60 Minuten sind eine Stunde, 24 Stunden sind ein Tag usw… Ja, aber habt ihr euch jemals gefragt, ob wir die Zeit in der richtigen Maßeinheit messen? Ist jeder Tag, jede Stunde unserer Lebenszeit gleichermaßen wertvoll? Bevor wir sie gelebt haben, potentiell ja. Aber wenn wir sie leben,, bekommen Stunden und Tage nicht oft eine ganz andere Bedeutung? Warum sagen wir „die Zeit steht still“ oder „die Zeit vergeht wie im Flug“? Vielleicht weil wir die Zeit oft falsch nutzen? Zu hohe Erwartungen haben? Ich möchte mich da nicht ausnehmen, im Gegenteil, ich bin jemand, der sich von der Zeit – oder besser gesagt von der Uhr – sehr oft stressen lässt, weil ich nie abschalten kann, sondern immer im Kopf habe, was noch alles zu erledigen ist, so dass ich oft auch die eigentlich schönen, entspannenden Momente gar nicht richtig genießen kann. Was also tut man dagegen? Man verplempert die Zeit… oder netter gesagt: man nutzt sie bewusst, nicht weil man etwas Wichtiges tun muss, sondern weil man sich entscheidet, etwas Zeitraubendes zu tun. In meinem Fall eine Wanderung auf dem Kungsleden, zusammen mit meinem Lieblingshund Zazu.

Schon die Planung war zeitraubend, aber in einem positiven Sinne. Zuerst musste ich mir überlegen, welchen Teil des Kungsleden ich laufen will. Da zu Hause auch noch 24 weitere Fellnasen und Mann und Kind warten, habe ich nur circa eine Woche Zeit. Gut, ganz Verrückte laufen den ganzen Trail in 15 Tagen, aber dafür fehlt mir nicht nur die Zeit, sondern auch die körperliche Konstitution. Ok, also von wo nach wo? Die Gegend um Abisko und Nikkaluokta kenne ich schon ein wenig und finde sie echt schön, aber da ich terminlich auf den Juli festgelegt war – Raffi hat Urlaub und die Hunde sind noch nicht im Training – schied der nördliche Einstieg von Vornherein aus. Denn dort sind zu dieser Zeit so viele Leute unterwegs, dass man sich leicht in die Zeit der Völkerwanderung zurückversetzt fühlen könnte. Ahja, nur so nebenbei, der Padjelantaleden hätte mich auch gereizt, dort sind Hunde aber selbst an der Leine verboten. Also, nächste Überlegung Hemavan – Ammarnäs. Dieser Teil ist vom STF (schwedischer Tourismusverein) auf sechs Etappen aufgeteilt. 78km in sechs Tagen? Wie bitte? Beim Marka24 in Oslo bin ich vor neun Jahren – puh, wie die Zeit verfliegt 🙈 – 80km in 23h gelaufen. Und hier kam dann wieder mein typisches Ich ins Spiel… Sollte ich dann nicht bis Kvikkjokk gehen, oder zumindest bis Jäckvik? Das würde dann auch mit der Busan- und -abreise gut passen. Und was mache ich, wenn die Tagesetappen nur drei bis sieben Stunden dauern, man keinen Handyempfang hat, um zu arbeiten, einen die Moskitos nerven? Es verging tatsächlich eine Zeit bis ich mich entschieden habe, wirklich nur Ammarnäs – Hemavan zu laufen. Ein Grund waren die zum Zeitpunkt der Planung hohen Temperaturen, ich hatte Angst, dass zu viel Sonne Dazu und mir nicht gut tun würde, gerade wenn man relativ weit gehen würde. Und natürlich kamen dann auch die Selbstzweifel a la „ich bin doch gar nicht fit genug, 35km am Tag zu gehen“.

Nachdem also die Strecke feststand, ging es an die Planung der Ausrüstung… und da ich schon lange Rückenprobleme habe, wollte ich natürlich möglichst wenig Gewicht mit mir rumschleppen. Zuerst hab ich kurz darüber nachgedacht, nur im Biwi zu schlafen, das wäre aber bei Regen blöd für Zazu und an den Nachmittagen, wenn die Mücken lästig werden auch. Also brauchte ich ein Zelt, das leicht ist, aber noch etwas Platz für Zazu hat. Als das erledigt war,  kamen die nächsten Ausrüstungs- und Kleidungsgegenstände unter die Lupe – oder besser: auf die Waage. Bis einen Tag vor der Tour hatte ich mich nicht entschieden, welche Schuhe ich mitnehme. Raffi schwört ja auf Bergstiefel, aber da ich mit hohen Schuhen noch nie gut zurecht kam, schieden die nicht nur gewichtstechnisch aus. Es stand aber noch die Entscheidung Goretex-Wanderschuhe oder die 130g leichteren Running-Schuhe. Aufgrund des prognostizierten Regens sind es am Ende die Goretex geworden. Ob das eine gute Wahl war, dazu später. Als nächstes wurde das Essen vorbereitet und grammgenau abgewogen. Man soll ja relativ viel Energie auf wenig Gewicht bekommen. Natürlich könnte man jetzt sagen, warum so viel Zeit aufwenden für ein paar Gramm mehr oder weniger. Erstens machen so ein paar Gramm bei allem am Ende schnell mal ein paar Kilo aus und zweitens bin ich ein Planungs-Nerd 🤣 eine Tour zu planen ist für mich schon fast genauso wie sie am Ende durchzuführen. Deshalb habe ich auch früher immer die Urlaube geplant, die Umzüge und helfe noch heute unserer Familie, wenn sie mal wieder an der sinnvollsten Reiseverbindung scheitern. Natürlich haben auch unsere Gäste schon davon profitiert.

So, nachdem nun alles gepackt war, konnte es losgehen. Zuerst hatte ich mit dem Bus nach Ammarnäs fahren wollen, aber letztlich haben mich Raffi und Joël hingefahren. Da die erste Etappe nur 8km sind und auch der Bus erst am Nachmittag angekommen wäre, sind auch wir erst am späteren Vormittag losgefahren. Viertel vor zwei (oder für diejenigen, die einen Kuchen richtig teilen können: Dreiviertel zwei 😉) hatte Zazu seine Packtaschen umgeschnallt und ich den Rucksack geschultert. In der Wegbeschreibung hieß es, es gehe steil bergauf… das muss wohl ein Schwede geschrieben haben 😅 ich hatte mich jedenfalls auf einen heftigen Anstieg eingestellt, tatsächlich aber war es sehr human. Man darf wohl Schweden nicht mit den Alpen vergleichen… Wir wanderten durch den Wald und schon bei den ersten Brücken über rauschende Bäche wurde klar, dass dies nicht Zazus Lieblingsbestandteile des Trails werden würden, weshalb es auch keine Fotos von den Brücken aus gibt. Etwas später wurde die Vegetation spärlicher, statt Bäumen gab es jetzt fast nur noch Sträucher… und Moltebeeren. Aber zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine reife gesehen und kam auf den Gedanken, dass man am Rande des Trails wahrscheinlich nie reife Moltebeeren sehen würde, weil die Touristen, die sie nicht kennen, sie vermutlich immer zu früh pflücken… aber auch dazu später mehr. Nach einem letzten kleinen Anstieg kam die Aigert-Hütte in Sicht. Wir umrundeten einmal kurz den See und suchten uns dann ein schönes Plätzchen für unser Zelt. Den restlichen Nachmittag verbrachten wir mit einem kurzen Spaziergang zum Aussichtspunkt oberhalb der Hütte, mit Essen kochen und… mit Nichtstun. Was für eine Zeitverschwendung könnte man denken und kurz war ich geneigt, mich aufzurappeln und am ersten Teil dieses Blog-Beitrags zu schreiben, aber dann dachte ich mir, dafür bleibt später noch genug Zeit. Und dieses Nichtstun ohne an die nächsten Aufgaben zu denken ist viel wertvoller als eine Stunde auf dem Sofa, bei der man eigentlich die ganze Zeit nur ein schlechtes Gewissen hat. Ich denke, wer z.B. beim Fernsehschauen abschalten kann, dem sei dies gegönnt und der soll die Zeit so für sich nutzen, ich hingegen muss außer Reichweite der Arbeit sein, um sie – zumindest zeitweise – aus meinen Gedanken zu bekommen… Später am Abend hat zunächst ein Vogel Zazu und danach Zazu mich verrückt gemacht. Da das Wetter noch schön war, schließt Zazu vor dem Zelt an einem Baum bis ein frecher Vogel sich direkt über ihn gesetzt und unentwegt gezwitschert hat. Kein wohlgestimmtes Singen, nein ein nervtötendes Piepen. Als wenig später auch noch ein paar Regentropfen fielen, durfte Zazu ins Zelt. Was soll ich sagen? Mit Zazu im Zelt ist ungefähr so wie mit Joël in einem 1,80m breiten Bett, für mich bleiben 20cm am Rand 😬 Ich weiß gar nicht, wie Zazu das geschafft hat, aber irgendwann lag er auf meiner Isomatte und ich daneben.

Am nächsten Tag stand die mit 19km längste Etappe auf dem Programm. Es begann mit einem leichten Anstieg bis ganz hinauf aufs Kahlfjäll, von wo aus wir die Aussicht auf die umliegenden Berge genießen konnten. Zwischendurch ging es auch mal wieder etwas bergab und da zeigte sich plötzlich, dass so ein ausgewachsener Schlittenhund vielleicht nicht immer so praktisch ist. Denn wenn Zazu zieht, muss man schon ganz schön gegenhalten, um nicht zu fliegen. Das hat er dann dafür wieder ausgeglichen als wir so ab knapp der Hälfte der Strecke Leute getroffen haben, Sobald er nämlich jemanden gesehen hat, hörte er auf zu ziehen und wollte sich verstecken. Irgendwannn ging er dazu über wie sein Papa Ranger mehr neben als vor mir zu laufen, was auf dem Fjäll ja noch mehr oder weniger geht, im dann wieder beginnenden Waldbereich mit nur zwei Fuß breiten Wegen aber wirklich nervig war. Etwa zwei Kilometer vor dem Ziel mussten wir nochmal eine Hängebrücke über einem tosenden Wasserfall überqueren, da hätte ich Zazu fast tragen müssen. Die letzten beiden Kilometer waren dann auch wirklich ein Kampf, wer denn nun vorne läuft, denn nebeneinander war eigentlich nicht möglich – aber Zazu ist eben doch ein Dickkopf. Angekommen an der Serve-Hütte habe ich dann schnell unsere Zelt aufgebaut, denn es wimmelte nur so von Mücken und kleinen Fliegen. Zazu wollte auch gar nicht mehr raus und bei Regen schlief er so fest, dass er sogar vergaß, mich von meiner Isomatte zu verdrängen.

Am nächsten Morgen waren wir beide schon früh wach und so starteten wir noch vor 7 Uhr auf die nächste Etappe. Zunächst ging es noch ein bisschen bergauf, danach meist flach durch mehr oder weniger dichtes Gebüsch. Durch den vorangegangenen Regen war der Trail sehr matschig und teilweise standen auch die Bretter, die einen eigentlichen trockenen Fußes durch die sumpfigen Passagen bringen sollen, unter Wasser. So dauerte es auch nicht allzu lange bis ich trotz Goretex nasse Füße hatte. Zudem habe ich gefühlt 90% des Weges mit Zazu diskutiert, ob er nun vor oder hinter mir läuft, wobei er aber lediglich zwischen rechts und links gewechselt hat, Platz war aber auf beiden Seiten nicht 😬 Zum Schluss ging es bergab durch den Wald zum Tärnasjö, wo wir schon am späten Vormittag die Hütte erreichten. Klar hätten wir auch einfach nur Pause machen und dann weiterlaufen können, aber wir beschlossen stattdessen, es uns in der Hütte gut gehen zu lassen. Der „Hunderaum“ war in einer separaten Hütte, die wir ganz für uns allein hatten. So konnten wir das Zelt und Zaus Packtasche zum Trocknen aufhängen. Ich habe ein paar Sachen gewaschen – und bei der Gelegenheit ein kurzes Bad im See genommen – und Sachen und Schuhe in den Trockenraum der Haupthütte gebracht. Den Nachmittag haben wir abwechselnd in unserer Hütte oder am See relaxt und auf dem Weg dorthin auch ein paar reife Moltebeeren genascht, die säumen nämlich den Weg von der Hütte zur Sauna, also auch zum Strand. Ahja, gekocht habe ich zwischendurch auch noch, aber irgendwie war ich die ganze Zeit gar nicht hungrig. Eigentlich sollte mein Rucksack täglich an Gewicht verlieren, weil Essen raus kommt, tat er zwar auch, aber nicht in dem Maße wie berechnet. Abgesehen von Müsliriegeln, für die ich einen Re-Supply in Tärnasjö eingeplant hatte – aber nicht brauchte, hatte och noch so viel zu essen, dass ich locker noch ein paar Tage hätte dran hängen können…

Obwohl wir am nächsten Morgen erst eine Stunde später aufgestanden sind, sind wir damit natürlich immer noch vor den meisten anderen gestartet. Zuvor habe ich noch meine Sachen aus dem Trockenraum geholt, meine Schuhe waren aber auch nach ca. 18h im Trockenraum noch immer nicht annähernd trocken. Die Entscheidung, ob Goretex oder nicht, wird das nächste Mal definitiv anders ausfallen 😉 Die Etappe nach Syter führte erst einmal lange flach durch Birkenwald, unterbrochen von einigen offenen Sumpfflächen. Nach einer Weile kommt man zu einem tollen Strand, wo wir den Blick auf das spiegelglatte Wasser und die sich reflektierenden Berge im Hintergrund genießen konnten. Nach etwa zwei Drittel des Weges erreicht man die Tärnasjö-Brücken, mehrere Hänge- und Holzbrücken, um die Seeseite zu wechseln. Zwar noch immer nicht Zazus Favorit, aber da das Wasser darunter still war, schon besser zu meistern. Danach ging es mal kurz heftig berghoch, aber der Blick zurück auf die Seenlandschaft entschädigt definitiv. Weiter ging es flach über’s Fjäll mit super Ausblick auf die gegenüberliegenden, teils noch mit Schneefeldern bedeckten Berge. Kurz bevor wir die Sylter-Hütte erreicht hatten, begann es, leicht zu tröpfeln. Ich hab noch überlegt, Lob es sich überhaupt lohnt, die Regenjacke rauszuholen und den Rucksack abzudecken, aber man weiß ja nie 🤔 und gut war’s, denn die letzten 500m – wenn nicht gar weniger – hat es geschüttet wie aus Eimern. Und da der Wetterbericht – man hat auf Syter Handyempfang – für abends auch noch Gewitter angekündigt hat, haben wir uns spontan entschieden, doch noch einmal in der Hütte zu bleiben anstatt zu zelten. Anderenfalls wäre im Zelt alles sofort nass gewesen, denn Zazu hätte ja nicht im Regen draußen bleiben sollen. Und ihn im strömenden Regen trocken reiben zu wollen, ist auch ein eher sinnloses Unterfangen. Daher also nochmals die Luxusvariante. Später wechselten sich übrigens Sonne und Regen ab, aber das angekündigte Gewitter blieb aus.

Bevor es weitergeht, möchte ich euch aber noch an ein paar Gedanken zum Thema Zeit teilhaben lassen, die mir bei der offensichtlich nicht so anstrengenden Etappe kamen – wenn man nebenbei noch philosophieren kann 😅 Welche Bedeutung hat die Zeit für uns? Das ist sicher ganz individuell, aber stellen wir uns die Frage überhaupt? Jeder redet von „work-life-balance“, eine viel bemühte Floskel wenn es um die Arbeit in einer Großkanzlei geht – aber bei Weitem nicht nur dort. Ist die work-life-balance denn wirklich immer davon abhängig, wie viele Stunden wir arbeiten? Kommt es nicht eher darauf an, was wir mit unserer freien Zeit machen? Wenn ich nur fünf Stunden am Tag arbeite und den Rest des Tages rumsitze, rätselnd was ich noch machen möchte, habe ich dann wirklich eine bessere work-life-balance als jemand, der 12, 14 Stunden arbeitet, aber danach drei Stunden seinem Hobby nachgeht, das ihn total erfüllt? Was ist denn überhaupt Arbeit und darf Arbeit auch Spaß machen? Natürlich soll Arbeit bestenfalls auch Spaß machen, aber auch ein toller Job beinhaltet Aufgaben, die nicht so toll sind… deshalb wird man ja bezahlt. Wenn Arbeit immer nur Spaß macht, ist es dann nicht Urlaub, für den man selbst bezahlen müsste, oder zumindest ein Hobby? Die Frage stellt sich gerade bei einem Job wie unserem doch irgendwie automatisch, oder? Natürlich soll sich niemand – auch nicht gegen Bezahlung – kaputt arbeiten, aber sollten wir unser Augenmerk statt auf die Arbeit nicht lieber darauf legen, die verfügbare Zeit besser zu nutzen? Ganz egal, ob es fünf Minuten, eine Stunde oder ein ganzer Tag ist. Das lang ersehnte Treffen mit der Oma genau jetzt angehen, nicht wenn irgendwann mal wieder ein ganzes Wochenende Zeit ist. Den Pflicht-Brunch am Sonntag im großen Freundeskreis absagen, um endlich mal wieder auszuschlafen, ein Buch zu lesen oder nichts zu tun. Sich frei machen von gesellschaftlichen Zwängen, von der Definition der Zeit wie andere sie sehen. Ich bin sicher meilenweit davon entfernt, meine Zeit immer sinnvoll zu nutzen – schon wieder so ein Begriff: wer bestimmt denn bitte, was sinnvoll ist? Aber sich bewusst zu machen, dass man seine eigene Bedeutung, seine eigene Zeitrechnung finden muss, ist vielleicht ein erster Schritt. Obwohl ich diese Wanderung schon länger machen wollte, habe ich bis zum Schluss überlegt, ob ich wirklich gehen soll, da ich so viel anderes in dieser Zeit nicht erledigen kann. Ich bin froh, dass sich mein Dickkopf durchgesetzt hat. Nicht weil mir nicht auch unterwegs 1000 zu erledigende Dinge einfallen, sondern weil ich Zeit habe, sie nicht zu tun…

Und dann kam Tag 5. Auf der letzten Etappe – oder eigentlich den letzten beiden – hat mich die Zeit dann doch eingeholt oder vielleicht mein typischer Umgang mit ihr. Eigentlich ist die Strecke noch einmal in zwei Etappen von 12km und 11km geteilt mit Stopp in Viterskalet. Aber da man auf Syter Handyempfang hatte und den Wetterbericht checken konnte, habe ich mich verleiten lassen, die Etappen zusammenzulegen. Denn auch für den letzten Tag (oder eigentlich ja den vorletzten Tag) war für 14 Uhr Gewitter angesagt, was ich ungern im Zelt im Fjäll aussitzen wollte. Schon wieder in der Hütte übernachten wollte ich aber auch nicht. Und dann kam vielleicht auch noch dazu, dass ich die vorhergehenden Etappen schon relativ kurz fand und zwei noch kürzere am Schluss doch irgendwie keine Herausforderung gewesen wären. Als der Wetterbericht am Morgen immernoch Gewitter vorhersagte, entschied ich also, nach Hemavan durchzulaufen. Einziges Problem war, dass an diesem Tag kein Bus bis Arvidsjaur fahren würde und mich Raffi später aus Lycksele abholen müsste. Die Busverbindungen der nächsten beiden Tage hatte ich ja bereits nachgeschaut, da fuhr der Bus am (späteren) Nachmittag, also so oder so entspannt, wenn man gegen sieben losgeht. Gesagt, getan. Zunächst ging es den Hügel hinauf. Einer Eingebung folgend dachte ich mir, ich nutze den vorhandenen Handyempfang hier nochmal, um die genaue Abfahrtszeit des Busses zu checken… und war dann doch etwas überrascht, dass dieser schon 13:20 fahren sollte. Ok, ich hatte also etwas über 6h für die Strecke, könnte sich ausgehen. Notfalls könnte ich ja auch noch in Hemavan zelten (und mich während des Gewitters drin aufhalten). So lief ich zunächst über den Hügel, bei dem vor allem die Abwärtspassage teils wieder sehr matschig war und ich Zazu mehrfach bitten musste, nicht so zu ziehen. Irgendwie hatte er wohl auch im Gefühl, dass es die Schlussetappe werden sollte. Nach 4km bogen wir ab in ein langes Tal, das links und rechts von – für schwedische Verhältnisse – hohen Bergen gesäumt wurde. Dieses U-Tal wird auch als südliche Eingangsporte auf den Kungsleden bezeichnet und ist relativ leicht zu laufen. Man überquert zahllose kleinere Wasserläufe, die mal mehr, mal weniger breit sind. Um nicht auf den nassen Steinen auszurutschen, sollte man also nicht gar so schnell gehen. Das Tal zieht sich fast bis zur nächsten Hütte. An seinem Ende steigt man eine kleine Anhöhe hoch und von dort sieht man schon die Viterskalstugan. Dort haben wir uns kurz eine dreiminütige Pause gegönnt… zeitlich lagen wir ganz gut im Kurs, es war kurz nach 10 Uhr. Wir hatten den Weg hierher also in der am unteren Ende der angegebenen Zeitspanne gelegenen Zeit absolviert, trotz dessen, dass wir uns natürlich das ein oder andere Foto nicht haben nehmen lassen.

Die letzte Etappe nach Hemavan ist mit drei Stunden angegeben, es sah also gar nicht so schlecht aus. Auch die Etappe ist nicht anstrengend, da man erstmal länger auf gleicher Höhe das Fjäll quert. Aber auch hier gab es weitere Wasserläufe, matschige Stellen und kleinere steinige Auf und Abs, die man vorsichtig angehen sollte, wenn man nicht auf den letzten Kilometern noch eine Verletzung durch ein blödes Ausrutschen oder Umknicken riskieren wollte. Relativ schnell erreichten wir einen Wegweiser, der noch 5km bis Hemavan auswies. Demnach lagen wir sehr gut in der Zeit. Es folgte ein 4km Wegweiser und spätestens ab hier begegneten wir echt vielen Leuten, teilweise mit kleinen Kindern, wo ich noch dachte, dass die dann aber schon schön gewandert sind, wenn sie bis hier her gelaufen sind. Etwas irritiert war ich, dass trotz angeblicher nur noch 4km das Skigebiet noch nicht in Sicht war… das ließ dann auch nicht mehr allzu lange auf sich warten und bot mir die Erklärung für die vielen Kinder auf dem Berg: der Lift war in Betrieb. Es gab auch einen neuen Wegweiser mit Kilometer-Angabe: 4km bis Hemavan… dabei war der letzte mehr als einen Kilometer zurück. So langsam kamen mir Zweifel, wie weit es denn wirklich noch ist bis zum Ende des Kungsleden, der quasi der längste Weg ins Tal war. Es hätte vorher noch Abkürzungen gegeben, um schneller an der Bushaltestelle zu sein, aber die wollte ich nicht nehmen. Vielleicht war die Kilometerangabe ja nur irgendein Mittelwert. Und vom Ende des Kungsleden musste ich ja auch noch zur Bushaltestelle. Im Skigebiet hatte ich zwar wieder Empfang, wollte die Strecke aber nicht googlen, um mich auf den Weg und die Leute zu konzentrieren. Zazu ist zwar mega lieb mit allen, aber da man nie weiß, ob jemand Angst vor Hunden hat, sind wir immer ein Stück zur Seite gegangen, wenn wir jemanden getroffen haben. Der letzte Teil des Weges zog sich dann doch ziemlich in die Länge und siehe da, da war er wieder, der Zeitdruck. Theoretisch wäre eine weitere Nacht im Zelt ja gar kein Problem gewesen, aber den Bus um 5 oder 10 Minuten zu verpassen, wäre irgendwie sehr ärgerlich gewesen. Exakt 12 Minuten vor Abfahrt erreichten wir das Ende (oder den Anfang) vom Kungsleden, wo wir natürlich noch das obligatorische Foto machen mussten. Gleichzeitig googelte ich den Weg zur Bushaltestelle: 19min 🙈 ok, wir versuchen es. Die ersten zwei serpentinenartigen Wendungen konnten wir abkürzen, danach war es nicht mehr so richtig klar, welchen Weg wir gehen sollten. Es schien, als ob eine Vielzahl der Häuser neu gebaut wären und sich die Straßenverläufe mal geändert haben oder Maps war da einfach nur ungenau, denn es zeigte uns ständig zwischen den Häusern und auch die Laufrichtung war nicht zuverlässig. Da man ja aber bei Serpentinen mal in die eine und mal in die andere Richtung geht, war nicht so selbsterklärend, wo wir lang müssen. So lief uns die Zeit immer mehr davon und wir waren noch nicht ganz an der Hauptstraße als eigentlich der Bus schon hätte kommen sollen. Ein paar Meter davor fragten uns Wanderer, ob wir zum Bus wollten und ich dachte schon, sie würden sagen, dass er schon weg sei. Das Gegenteil war aber der Fall und so eilten wir die letzten Meter bis zur Haltestelle. Keine Minute später kam der Bus. Unpünktlichkeit muss ja nicht immer was Schlechtes sein. Ich bin definitiv ein Mensch, der sehr viel Wert auf Pünktlichkeit legt, aber in diesem Fall hatte sich der Bus meiner Zeitrechnung angepasst, worüber ich sehr dankbar war. 

Für Zazu war es das erste Mal Busfahren, aber er hat auch das mit Bravour gemeistert. Wir sind dann mit dem Bus bis Lycksele gefahren, wo uns Raffi und Joël abgeholt haben. Zuhause angekommen, ist Zazu erstmal in seinen Zwinger zu Max, wo wild gespielt wurde. Da haben sich wohl zwei vermisst. Aber etwa eine Stunde später waren die Hunde wieder laut, anders als wenn Zazu und Max nur spielen. Und wer kommt da zum Haus geschlichen? Zazu (der noch nicht in seinen neuen, hoffentlich ausbruchsicheren Zwinger umgezogen ist), war wohl der Meinung, dass er lieber bei mir schlafen will… na gut, heute also als Ausnahme das Sofa. Morgen werden dann Zwinger getauscht 😂 Max war darüber übrigens gar nicht happy und hat geheult, weil er Zazu vermisst hat (was er die letzten Tage wohl nie gemacht hat). Wenig später waren die Hunde unruhig – und laut – weil die Elche zu Besuch waren… man hat sie also schnell wieder gehabt, die gewohnte Geräuschkulisse von 25 Hunden 😉

Falls ihr euch fragt, ob mein letzter Tag nicht kontraproduktiv zu den vorherigen Tagen war, wo es doch um Entschleunigung und die Bedeutung der Zeit ging: nein, ganz und gar nicht. Denn für mich war es ein Ansporn, gegen die Zeit zu laufen. Es hat mir Spaß gemacht und war daher sehr sinnvoll genutzte Zeit. Nun habe ich zu Hause noch etwas mehr Zeit für alle Fellnasen. 

Falls ihr jetzt auch Lust auf die Tour bekommen habt… wir werden sie nächsten Sommer auch für Gäste anbieten. Den Text habe ich schon während der Tour „quasi live“ angefangen zu schreiben. Nur die letzten beiden Etappen fehlen noch 😉

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20.06.2023

„Med naturen runt hörnet“ – Warum wir leben, wo wir leben

Bisher haben vor allem deutsche oder schweizerische Medien über uns geschrieben, jetzt wurde unser erstes schwedisches Interview veröffentlicht.

Das Magazin AJR ist völlig neu und berichtet über Geschichten und Informationen der lokalen Unternehmen und Entwicklung in der Region. Es wurde von unserer Gemeinde Arvidsjaur herausgebracht und der Titel ist die Abkürzung für den Flughafen hier, der selbst große Auswirkungen auf die Region und die Geschäftsaktivitäten hat. Mit diesem Magazin möchte Arvidsjaur zeigen, welche Möglichkeiten man in der Gemeinde hat, aber auch die harte Arbeit aller Unternehmer hervorheben und würdigen. Wir freuen uns, Teil dieser ersten Ausgabe zu sein und hoffen, dass sie den Geist Schwedisch-Lapplands noch weiter verbreitet als nur innerhalb der Gemeinde.

Da ich weiß, dass die meisten unserer Follower kein Schwedisch sprechen, werde ich den Text für euch übersetzen. Voraussichtlich nächste Woche wird das Magazin online verfügbar sein und etwas später auch auf Englisch. Aber vielleicht möchtet ihr nicht warten … 😉 Bevor ich jedoch mit der Übersetzung beginne, möchte ich die Gelegenheit nutzen, noch etwas über Glommersträsk zu sagen, das Dorf, zu dem wir gehören.

Wie ihr vielleicht wisst, leben wir in einem kleinen Dorf namens Moräng und dieses Dorf gehört zu Glommersträsk. Wir haben nicht nur die nettesten Nachbarn in Moräng, die man sich wünschen kann, sondern auch Glommersträsk hat es verdient, etwas mehr Aufmerksamkeit zu bekommen.

Zuerst sollte ich wohl erklären, dass wir das Wort Glommersbygden hauptsächlich verwenden, wenn wir über den Ort selbst sprechen wollen, aber gleichzeitig auch über die Umgebung mit noch kleineren Dörfern wie Moräng, Järvträsk, Brännberg, Svedjan usw. Im Vergleich zu Deutschland ist Glommersträsk mit etwas mehr als 200 Einwohnern recht klein. Wie auch immer, wir haben einen Kindergarten, eine Schule bis zur 6. Klasse, ein Geschäft mit allem, was man braucht, wie Lebensmittel, Arbeitsgeräte, Garten- oder Autoartikel, eine Apotheke und sogar Alkohol als öAußenstelle vom Systembolaget (das einzige Geschäft in Schweden, in dem man Alkohol kaufen kann – von leichtem Alkohol abgesehen), Café, Restaurant, Tankstelle, Geldautomat usw. Neben der wunderschönen Natur Lapplands selbst haben wir Wege zum Wandern, Langlaufen, Hundeschlittenfahren und Motorschlittenfahren, wir haben eine Eishalle im Winter und ein Freibad im Sommer, zahlreiche Seen zum Schwimmen, Angeln oder für andere Wassersportarten, wir haben tolle Orte zum Beobachten der Nordlichter oder zum Genießen endloser Sommernächte. Wir haben Unternehmer, die für ihr Geschäft leben … und das Wichtigste: Wir haben großartige Menschen, die diesen Ort lieben und hart für seine Zukunft arbeiten.

Vor vier Monaten war dieses idyllische Bild akut in Gefahr. Da Arvidsjaur keinen legitimierten Lehrer für unsere Schule finden konnte, beschlossen sie, sofort (etwa eine Woche später) damit zu beginnen, die Kinder von Glommersträsk zur Schule in Arvidsjaur zu fahren – das sind 45 km EIN WEG, sogar noch mehr, wenn man etwas außerhalb wohnt! Es war nicht das erste Mal, dass Druck auf die Schule ausgeübt wurde, sie zu schließen, aber dieses Mal war es real. Wir haben Treffen innerhalb der Unternehmer in Glommersträsk abgehalten, die natürlich auch von einer Schließung der Schule betroffen sind, und mit allen Einwohnern. Durch die Initiative zweier Einheimischer konnte eine Lehrerin gefunden werden, die bis zum Sommer einsprang und die Schule vor der sofortigen Schließung bewahrte. Aber das war keine langfristige Lösung. Wie können wir das Problem lösen?

Im März gründeten wir eine Projektgruppe mit dem Namen „Glommersbygdens framtid“ (bedeutet die Zukunft von Glommersbygden). Neun engagierte Frauen – mittlerweile sind wir zehn – haben beschlossen, dass wir nicht aufgeben, sondern unsere Schule retten werden. Doch aus diesem ersten Ziel heraus entwickelte sich der starke Wille, ganz Glommersbygden noch attraktiver zu machen, es am Leben zu erhalten und mehr Menschen dazu zu bewegen, hierher zu ziehen. Wir beschäftigen uns also nicht nur immer noch mit dem Thema Schule, wir führen auch eine Inventur der Häuser und Grundstücke durch, damit wir wissen, dass es Angebote gibt, wenn Leute an einem Umzug interessiert sind, wir betreiben auch viel mehr Marketing, insbesondere auf Facebook und Instagram, wir erstellen eine neue Homepage oder besser zwei – eine speziell für den Umzug hierher, eine für alle, die nach Informationen darüber suchen, was man machen kann, was aktuell los ist, wo man Dinge findet usw. Wir planen Veranstaltungen sowohl für die Bewohner von Glommersbygden als auch Besucher – die erste große war am 6. Juni, dem 500. Geburtstag Schwedens, dem schwedischen Nationalfeiertag. Und natürlich versuchen wir alle Menschen in der Gemeinde Arvidsjaur davon zu überzeugen, dass Glommerbygden das Potenzial hat, zu wachsen.

Mittlerweile war der Druck auf unsere Schule noch größer, da Arvidsjaur eine Art Gutachter damit beauftragt hatte, die Gleichstellung der Ausbildung hier im Vergleich zu den Schulen in Arvidsjaur zu überprüfen. Der Bericht war weit entfernt von einer Analyse nach akademischen Grundsätzen und stellte ohnehin keinen Vergleich dar, dennoch hatte der Schulausschuss vorgeschlagen, unsere Schule spätestens zum Jahresende zu schließen. Aber mit Hilfe einiger engagierter Politiker, die wir bereits von unserem Projekt überzeugt hatten, konnte eine solche Entscheidung verhindert werden. Gestern beschlossen die Gemeindevertreter, dem Vorschlag nicht zu folgen. Das heißt aber nicht, dass wir aufhören können zu arbeiten. Sie setzen die Anzahl der Kinder, die jeweils in unserer Schule eingeschrieben sein müssen fest, von „Förskoleklass“ bis zur 6. Klasse. Wenn wir unter dieser Anzahl bleiben, wird die Schule geschlossen. Das bedeutet für uns, dass unsere Arbeit gerade erst begonnen hat. Jetzt kommt es wirklich darauf an, dass Menschen hierherkommen und leben, vor allem Familien mit Kindern.

Warum ich das hier schreibe? Nicht, weil ich denke, dass jeder, der das liest, sofort hierherziehen sollte. Zunächst einmal ist es ein bisschen die gleiche Idee wie beim AJR-Magazin: Ich möchte von unserer Projektgruppe erzählen, weil es sich lohnt, dass viele Leute sehen, wie viel Arbeit die Gruppenmitglieder ehrenamtlich in ihrer Freizeit aufwenden, obwohl alle auch noch Kinder und/oder Jobs haben. Und vielleicht hat jemand eine gute Idee, was wir sonst noch tun können, um unsere Ziele zu erreichen, oder kann selbst helfen oder kennt jemanden, der nach einem Ort sucht, an dem er ein neues Leben beginnen kann, oder der einfach teilt, was wir tun, um noch mehr Menschen zu erreichen.

Wenn ihr uns auf Facebook und Instagram folgen möchtet, sucht nach „Glommersträsk“, „Flytta till Glommers“ und „Relocate Lapland“. Unsere neue Webseite mit weiteren Informationen ist www.relocatelapland.com, schaut sie euch gerne an 😉 und wenn ihr mit uns Kontakt aufnehmen möchtet, könnt ihr eine E-Mail an boiglommers@hotmail.com schreiben.

Vielen Dank, dass ihr so geduldig auf die Übersetzung gewartet habt, und vielen Dank an meine Teammitglieder in der Projektgruppe für ihre großartige Arbeit und vielen Dank an alle anderen, die uns beim Erreichen unserer Ziele helfen!

Med naturen runt hörnet – mit der Natur ums Eck

Familie Illien ist im Herbst 2020 in das kleine Dorf Moräng gezogen. Yvonne kommt aus Deutschland, Raphael aus der Schweiz, aber hier in Nordschweden wollen sie leben.

Seitentext „Tipps“: Empfehlungen

Macht Kompromisse > Es kann schwierig sein, den vollkommen perfekten Ort zum perfekten Preis zu finden. Überlegt, was für euch am wichtigsten ist, und handelt.

Sprache > Schwedisch zu lernen hat uns sehr geholfen und wird von den Einheimischen sehr geschätzt.

Haupttext:

Yvonne und Raphael waren schon immer gerne draußen in der Natur und lernten sich 2015 in Finnland kennen, als sie beide mit Schlittenhunden arbeiteten. Danach zogen sie umher, nach Norwegen und Kiruna, bis sie 2019, als Yvonne schwanger war, ein Jahr in Deutschland verbrachten. Als Joël vier Monate alt war, reisten wir erneut in den Norden. Es war geplant, einige Monate herumzureisen, Freunde zu besuchen und verschiedene Orte zu erkunden, da wir unser eigenes Unternehmen gründen wollten, sagt Yvonne. Mit einem Baby und zwei Hunden begannen sie, sich verschiedene Grundstücke in Norrbotten genauer anzusehen und interessierten sich für ein Grundstück in Moräng, einem kleinen Dorf in der südöstlichen Ecke der Gemeinde Arvidsjaur. Wir haben das Haus Ende Juni besichtigt und sind im September eingezogen, sagt Raphael. Doch der Umzug verlief nicht ganz ohne Bedenken. Sie glauben, dass es viele Vorurteile und vorgefasste Meinungen gegenüber Schlittenhundeunternehmen gibt. Deshalb war es ihnen immer wichtig, ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn und Einheimischen zu haben. Der perfekte Platz für Schlittenhunde kann oft zu teuer oder auch zu weit von allem entfernt sein, was wir sonst noch brauchen. Unabhängig davon, warum man umzieht und ob man ein Unternehmen hat, sollte man darüber nachdenken, was wirklich am wichtigsten ist, und daraus einen Kompromiss finden, sagt Yvonne.

In Moräng leben einige Menschen, und alle waren nett und hilfsbereit zur Familie Illien. Wir haben ziemlich nahe Nachbarn, was bei unserem Geschäft eine Herausforderung sein kann, weil wir natürlich niemanden belästigen wollen. Aber es funktioniert wirklich gut und unsere Hunde sind wirklich ruhig, sagt Raphael. Die Traumimmobilie wäre etwas weiter von einer größeren Straße und den Nachbarn entfernt gewesen, aber sie betonen auch, wie wichtig es ist, die Fakten mit den Bedürfnissen in Einklang zu bringen. Selbst wenn sie auf dem Land leben, haben sie viel in der Nähe. Dieser Ort bedeutet, dass wir ihn in der Nähe des Flughafens, des Bahnhofs, der Schule, des Supermarkts und anderer Dienstleistungen haben. Wir sparen sowohl privat als auch geschäftlich viel Zeit, weil wir alles so nah haben, sagt Yvonne. Raphael ist auch der Meinung, dass es das Familienleben und die Arbeit einfacher macht, wenn man beides hat, nämlich mitten in der Natur zu leben und gleichzeitig das Meiste in der Nähe zu haben. Wenn wir auf unseren Hof gehen, finden wir hinter den Hundezwingern Elche, Biber und andere Tiere. Es ist ein schönes und ruhiges kleines Dorf mit sehr netten Nachbarn. Die Gäste machen hier tolle Erfahrungen, da sie statt langer Transfers viel Zeit mit dem verbringen können, wofür sie anreisen.

Genau wie ihr eigener Lebensstil möchten sie den Gästen ein entspanntes und familiäres Erlebnis bieten. Sie können heute drei Gäste gleichzeitig haben, möchten aber bis zu vier Gäste haben. Dafür brauchen sie noch ein paar Hunde. Wir haben für unser Geschäft eine andere Nische als viele andere Schlittenhundeunternehmen. Wir bieten hauptsächlich längere Touren an, oft eine Woche oder sogar zwei. Das ist eine andere Art von Gästen im Vergleich zu denen, die nur ein paar Stunden lang eine Tour machen, sagt Raphael. Neben dem Grundstück (in Moräng) haben sie auch ein separates Haus für Gäste im nahegelegenen Glommersträsk gekauft. Die Gäste schätzen es, etwas Zeit zu haben, die Umgebung auf eigene Faust zu erkunden, sich ein Bild von den Menschen zu machen, die hier leben und wie es ist, hier zu leben. Es ist eine andere Form der Gemeinschaft in einem kleineren Dorf, und die Gäste mögen das. Wenn sie hier sind, wissen andere oft, dass es unsere Gäste sind und heißen sie willkommen. Das führe dazu, dass sich die Gäste gesehen und wertgeschätzt fühlen, sagt Yvonne. Raphael und Yvonne finden es wichtig, dass die Gäste mit den Einheimischen in Kontakt treten, vielleicht etwas kaufen und auf verschiedene Weise zur lokalen Wirtschaft beitragen. Und unseren Gästen gefällt der Supermarkt hier so gut, Finnbergs. Die Gäste erzählen oft, dass sie Ove getroffen haben, der dort arbeitet. Das ist auch etwas, was uns am Leben hier sehr gefällt, viele tragen zu einer guten Bewirtung unserer Gäste bei, sagt Yvonne.

Der größte Unterschied zwischen dem Leben jetzt und vor fünf Jahren ist natürlich Sohn Joël, aber auch, dass sie ein Zuhause haben. Wir leben nicht mehr aus dem Koffer. Jetzt haben wir wirklich ein Zuhause. Wenn man irgendwo war, kommt man nach Hause. Das ist ein großer Unterschied im Vergleich zu früher, als wir nicht wussten, wo wir in der nächsten Saison arbeiten werden, sagt Raphael. Auch wenn es zu ihren Familien in der Schweiz und in Deutschland weit ist, glauben sie, dass es einfach ist, dorthin zu reisen oder für ihre Verwandten in den Norden zu kommen. Wir haben die Flughäfen Arvidsjaur und Skellefteå in der Nähe. Zum Bahnhof in Jörn sind es nur 30 Minuten mit dem Auto. Wir wissen, dass wir im Norden mit Schlittenhunden leben wollen, das ist der Lebensstil, den wir haben wollen. Wir bleiben also hier oben, sagt Yvonne.

Neben dem Aufbau eines eigenen Unternehmens arbeiten beide für andere Firmen, was sehr gut funktioniert und den Druck bei der Gründung eines eigenen Unternehmens verringert. Der Aufbau eines solchen Geschäfts ist teuer, mit Futter, Ausrüstung und den weiteren Bauarbeiten dessen, was benötigt wird. Da wir mit Tieren arbeiten, fallen wiederkehrende Kosten an, so dass ich im Winter viel Zeit mit Gästen verbringe, aber ansonsten arbeiten wir beide Vollzeit an anderen Orten. Aber wenn man bedenkt, dass wir während der Pandemie angefangen haben, denken wir, dass wir mit unserem Geschäft ziemlich weit gekommen sind, sagt Raphael. Keiner von ihnen hatte zuvor Erfahrung mit der Gründung eines eigenen Unternehmens, aber diesen Teil des Prozesses empfanden sie als nicht so schwierig. Ein Teil davon mag darin liegen, dass beide Schwedisch gelernt haben und Yvonne einen Hintergrund als Anwältin hat. Ich bin es also gewohnt, Gesetze und Regeln zu interpretieren. Darüber hinaus verfügten wir über Erfahrung aus der Arbeit in ähnlichen Unternehmen, hatten einen Business Plan und wussten genau, was wir tun wollten. Und bald sind wir da, sagt Yvonne. Da sie während der Pandemie umgezogen sind, war es schwierig, Kontakte zu knüpfen und Leute kennenzulernen, insbesondere um Schwedisch zu trainieren. Unserer Meinung nach ist das Wichtigste beim Umzug, dass man die Sprache spricht. Dadurch werde man auch schneller in der lokalen Gemeinschaft akzeptiert, sagt Raphael.

Der Winter ist die intensivste Jahreszeit, der Frühling ist entspannt und der Sommer ist vor allem die Zeit für Bauprojekte und die Vorbereitung auf die nächste Saison. Sie glauben, dass der Herbst eine fantastische Jahreszeit und auch die Zeit mit dem größten Expansionspotenzial für Gäste ist. Bereits im September beginnt die Nordlichtsaison. Hier gibt es Ihrer Meinung nach immer etwas, das die Gäste erleben sollten. Es ist also tatsächlich das ganze Jahr über Saison, sagt Raphael und Yvonne stimmt zu. Abgesehen davon, dass die Familie und die Hunde im Mittelpunkt stehen, geht es vor allem darum, den Gästen die Magie der Natur näher zu bringen. Raphael hat viele Gäste geführt und deren Reaktionen hautnah miterlebt. In Schweden und hier oben sind es viele Menschen gewohnt, nah an der Natur zu leben und sich draußen aufzuhalten. Aber die Gäste, die wir haben, meist aus Deutschland und den Nachbarländern, können aus einer Großstadt ohne Naturerlebnisse kommen. Sie kommen hierher, schlafen draußen in einem Zelt, mitten im Wald, unter den Nordlichtern. So etwas haben sie noch nie erlebt. Dies ist eine Erfahrung, die sie nie vergessen werden. Und ich auch nicht, auch wenn ich es schon einmal erlebt habe.

Seitentext: Schnell mit Yvonne

Nette Leute: Gerade bei unserer Art von Geschäft waren wir besorgt darüber, wie es mit den Nachbarn sein wird und wie sie auf uns reagieren werden, aber alles lief wirklich gut. Wir haben so tolle Nachbarn und für uns sind die Beziehungen sehr wichtig.

Nähe zu Vielem: Manche Leute denken, wenn man auf dem Land lebt, ist man weit von Allem entfernt, aber selbst wenn wir mitten in der Natur leben, haben wir alles in der Nähe, was wir brauchen. Es spart uns viel Zeit in unserem Alltag.

Freundliche Gemeinschaft: Viele Menschen hier tragen dazu bei, dass unsere Gäste ein gutes Erlebnis haben und sich anders wahrgenommen fühlen als an einem größeren Ort.

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31.05.2023

Wie weit würdest du gehen?

Als ich darüber nachdachte, die Frage „Wo wohnst du“ zu posten, um eine Karte zu erstellen, wie weit wir die Schönheit Lapplands schon auf der Welt verbreitet haben, wurde mir klar, dass meine Frage so viel tiefer geht als geplant.

Meine Idee war zu fragen, wo ihr seid, wie weit es zu uns ist und ob ihr euch vorstellen könnt, diesen Schritt zu gehen – falls nicht bereits geschehen. Und dann einen Freund zu markieren, der noch weiter von uns entfernt wohnt und die gleiche Frage stellen.

Aber dann begannen meine Gedanken meine eigene Antwort zu reflektieren. Natürlich nicht die Antwort, wie weit ich gehen würde, um uns zu besuchen, sondern um meine Träume wahr werden zu lassen. Ihr wisst ja, unser Slogan lautet „Wenn Träume wahr werden“.

Als ich beschloss, meinen Job als Anwältin zu kündigen, um nach Skandinavien zu ziehen und mit Schlittenhunden zu arbeiten, sagten alle, dass dies eine so schwierige und mutige Entscheidung sei. Und ich dachte immer, dass das nicht mutig, sondern nur logisch ist. Ich folgte meinem Herzen. Aber jetzt – 9 Jahre später – wird mir langsam klar, dass es möglicherweise schwieriger war, als ich dachte. War es mutig?

Erstellt ihr vor einer schwierigen Entscheidung Plus- und Minuslisten? Das habe ich noch nie gemacht. Und ich hatte es in diesem Fall auch nicht geplant, aber da mir so viele Leute dazu geraten haben, habe ich es zum ersten und letzten Mal getan. Das Besondere an dieser Art von Liste ist, dass es natürlich mehr oder weniger wichtige Punkte gibt. Es ist also nicht nur die Anzahl Plus und Minus zu berücksichtigen, sondern auch die Gewichtung jedes einzelnen Punktes. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht erinnern, was auf der Liste stand, aber ich weiß definitiv, dass es viel mehr Minus als Plus war. Einige Beispiele: ich kündige einen Job, der sehr gut bezahlt ist, der sicher ist, in dem ich gut/erfolgreich bin, einen guten Ruf habe; ich verlassen meine Familie und meinen Partner; ich verlasse meine Freunde; ich verlasse meine gemütliche Wohnung; ich gebe meine Hobbys wie Sport und Schwimmen auf (Wandern zählt nicht, weil ich es immer noch mache); ich gebe ein sicheres Leben auf. Und die positive Seite? Ich erinnere mich nur an eines: ich lebe meinen Traum. Natürlich kann man das aufteilen, um mehr Punkte zu haben: viele Hunde, schöne Natur, echter Winter, Arbeit im Freien, authentischer Lebensstil, … Aber mal ehrlich, überwiegt das alle Minuspunkte? Bei mir war es so. Die Liste war nichts wert, denn die Entscheidung war schon gefällt, von meinem Herzen ❤️

In diesem Moment war es also tatsächlich keine mutige Entscheidung. Für mich war es einfach, für meine Familie, meinen Partner, meine Freunde und Kollegen vielleicht schwieriger.

Und jetzt, 9 Jahre später?

Sind meine Träume wahr geworden? Ehrlich gesagt ist das vielleicht die schwierigste Frage.

Ja, seit fast drei Jahren haben wir ein eigenes Haus, wir haben einen eigenen kleinen Kennel aufgebaut, wir haben eine Firma gegründet und machen Touren mit Gästen. Wir haben wunderbare Hunde, nette und hilfsbereite Nachbarn, wunderschöne Natur um uns herum, viel Schnee im Winter, Nordlichter und Mitternachtssonne, wilde Tiere, Beeren, … eine endlose Liste. Natürlich verbringen wir Zeit mit Trainings und Touren, von denen viele Erinnerungen fürs Leben schaffen.

Aber? Jede Medaille hat zwei Seiten. Wir haben beide neben dem Leben und der Arbeit mit den Hunden noch einen weiteren Job, um Futter und Ausrüstung für sie zu finanzieren. Und mit dieser Arbeit verbringen wir viel zu viel Zeit. Wir sind weit weg von unseren Familien und haben die meisten von ihnen seit mindestens dreieinhalb Jahren nicht mehr gesehen. Zu vielen Freunden aus früheren Zeiten haben wir keinen oder nicht mehr viel Kontakt, wir leben jetzt einfach in einer anderen Welt. Wir arbeiten 24/7, -natürlich brauchen wir auch Schlaf, daher ist es etwas weniger, aber wenn ihr die Work-Life-Balance in einer großen Anwaltskanzlei kritisiert, solltet ihr besser nicht auf uns schauen. Wir können nicht zusammen in den Urlaub fahren. Wir haben absolut keine Sicherheit. Wir überlegen ständig, ob wir uns dieses Business, dieses Leben zu führen, wirklich leisten können und vielleicht ist das der Punkt, mit dem ich am meisten zu kämpfen habe: die Frage, ob das alles Sinn macht, ob es das alles wert ist. Würde ich zurückwechseln, wenn ich könnte? Es wäre so viel einfacher, einen sicheren Arbeitsplatz, ein sicheres Einkommen und ein sicheres Leben zu haben. Aber wisst ihr was? Es würde etwas fehlen. Es ist schwer, dafür Worte zu finden: Es ist eine Art Freiheit, eine Art Ruhe, wenn man mit seinen Hunden unterwegs ist, Stille um einen herum, endloser Schnee, einfach die Schönheit der Natur.

Vielleicht ist das die Antwort. Natürlich ist nicht immer alles wie im Paradies, aber es ist unser Paradies und was wir daraus machen.

Zurück zur Frage des Mutes. Ich denke, ich habe die Antwort gefunden. Es war nicht mutig, dieses Abenteuer zu beginnen; aber es ist mutig zu bleiben und dafür zu kämpfen, dass meine Träume jeden Tag ein bisschen wahrer werden.

Und ich freue mich, wenn ich dieses Gefühl unseren Gästen vermitteln kann. Wir lassen sie an unserem Leben mit unseren bezaubernden Hunden teilhaben und zeigen ihnen die Schönheit Schwedisch-Lapplands. Lasst eure Träume von einzigartigen Ferien wahr werden.

Was ist mit dir? Wie weit würdest du gehen?

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20.04.2023

Was für eine Saison

Der Frühling naht, Zeit einen Blick zurückzuwerfen auf die diesjährige Wintersaison. Und was für eine Saison es war…

An Neujahr war Raffi mit netten Gästen und dem großen Zelt auf Übernachtungstour. Da wir vorher keine Bilder davon im Einsatz hatten, bat ich ihn, welche zu machen. Und was ich bekam, machte mich sprachlos, das Zelt vor einem explodierenden Himmel mit Nordlichtern. Wenn man dieses Bild jemandem zeigt, kann man leicht denken, dass es gephotoshoppt ist, tatsächlich ist es nur ein einfaches Handy-Foto. Wie auch immer, sogar Helsport verwendet es jetzt auf ihrer Webseite, um für das Zelt zu werben ⛺️😉

Anfang Januar haben wir noch einige kürzere Touren mit wenig Schnee gemacht, aber pünktlich zum Start der Wochentouren kam viel Schnee. Ehrlich gesagt, zu viel auf einmal, um Trails zu allen Hütten zu machen, die wir nutzen. Wir waren die ersten, die die Trails präparierten, natürlich inklusive, mit dem Schneemobil im Overflow auf einem See stecken zu bleiben 🙈 und es dauerte fast eine Woche, bis wir neben dem Präparieren der Trails und Touren fahren auch alle Zwinger mehr oder weniger von (zu viel) Schnee befreit hatten. (Sorry, zu viel Arbeit, um daran zu denken, Fotos zu machen)

Aber wir hatten tolle Gäste, die ihre Abenteuer genossen und die Herausforderungen auch bei schwierigen Tiefschnee- und Bergaufpassagen gemeistert haben. Und natürlich haben nicht nur die Gäste, sondern vor allem die Hunde ganze Arbeit geleistet, meterhohe Schneeverwehungen durchbrochen und die Spur gefunden, wo offensichtlich keine war.

Der Winter ging im Februar recht warm weiter. Auch wenn sich das Wetter nicht immer nach „Winter at it’s Peak“ anfühlte, bekamen nicht nur unsere Gäste auf der „Dogs, Cold and Northern Lights“-Tour Aurora Borealis zu sehen, sondern glücklicherweise Gäste auf jeder unserer Touren 😊 aber auch die Tage waren schön, mit viel Sonne, Lichtbögen oder einfach Wintermagie.

Die letzte „Springwintertour“ war noch einmal sehr speziell. Normalerweise ist es die Zeit, die wir für Leute empfehlen, die vielleicht etwas Angst vor zu kalten Temperaturen wie im Januar haben. Aber tatsächlich war die letzte Wochentour dieses Jahr die kälteste Tour von allen im Durchschnitt der ganzen Woche 🤔

Zu Ostern haben wir ein Special für unsere Schule im Dorf gemacht und die Schulkinder zu einer kleinen Tour eingeladen, wie wir es kurz vor Weihnachten für die Kindergartenkinder schon gemacht hatten. Wir haben die Schlaufe extra nicht zu lang gemacht, aber es schien ihnen Spaß zu machen, denn fast jeder wollte eine zweite Schleife fahren 😄

Nicht zu vergessen, dass auch Joël es mittlerweile genoss, regelmäßig mit unseren „Puppies“ auf Tour zu gehen. Er wollte sogar eine lange Tour machen wie wir mit den Gästen, also haben wir natürlich auch eine Zeltnacht realisiert. Und wenn ich richtig urteile, hat er fast besser geschlafen als im Haus…

Wir beendeten unsere Gästetouren mit einer Tagestour mit den gleichen Gästen, mit denen wir die Saison im Herbst mit einer Herbstrainingswoche begonnen haben 🍂 

Danach war eine gemeinsame Tour in den Bergen geplant, Raffi und ich, die erste längere gemeinsame Tour seit vier Jahren. Natürlich mussten wir sicherstellen, dass Joël und die Hunde, die zu Hause bleiben, gut versorgt werden. So planten wir bereits im letzten Sommer, Raffis Mutter zu Besuch zu haben.

Wir wollten die Gelegenheit nutzen, Trails und mögliche Unterkünfte für Bergtouren mit Gästen in den kommenden Jahren zu checken. Doch dieser Plan wurde schon vor dem Start fast zunichte gemacht, denn die Wettervorhersage für genau diese Woche versprach warme Temperaturen (je nach konkretem Ort bis zu plus zehn Grad) und sogar Regen. Wir hatten Angst, wenn wir das Auto an der geplanten Stelle parken und sieben Tage auf Tour sind, dass wir wegen der Schneeschmelze zwischenzeitlich nicht zum Auto zurückkommen könnten. Als wir in die Berge fuhren, ahnten wir schnell, dass es sogar noch schlimmer sein könnte, als wir erwartet hatten. Am ursprünglich geplanten Startpunkt waren die Schneeverhältnisse bereits zu schlecht, also entschieden wir uns, weiter bis zur norwegischen Grenze zu fahren und starteten von dort aus, wie ich es letztes Jahr auch getan hatte. Schon beim Parkplatz sah man große Unterschiede zum letzten Jahr, auch wenn ich damals zwei Wochen später auf Tour war. Der Weg vom Parkplatz war nur schmutziger, matschiger Schnee, kein richtiger Trail.

Da wir abends gestartet sind, hatten wir keinen festen Plan, wie weit wir fahren. Wir passierten Ikkesjaure und fuhren in Richtung Mavas. Kurz bevor wir den See erreichten, campierten wir zwischen einigen Bäumen, nur im Biwak, so dass man super den Sternenhimmel über uns beobachten konnte ✨

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Pieskehaure, wo wir mit dem Hüttenwart und einigen Gästen aus Vaimok und Kvikkjokk sprachen und bestätigt bekamen, was wir schon befürchtet hatten. Zu viele Steine ​​auf dem Weg von Vaimok nach Tarredalen und sowieso zu wenig Schnee dort um Hunde zu fahren.

Nach diesem Stopp machten wir uns auf den Weg, um den Sulitelma-Gletscher zu besuchen, was Raffis Hauptziel für die Tour war. Unser Weg begann mit Sonne und interessantem Licht und Ausblicken zwischen den Bergen, aber plötzlich war alles neblig und man konnte kaum mehr als zehn Meter sehen. Nicht die besten Bedingungen, um einen nicht markierten Trail zu erreichen. Aber mit GPS und Geduld, auf eine Lücke am Himmel zu warten, haben wir es geschafft. Da es schon einen kleinen Bach mit offenem Wasser gab, traf Raffi die sehr vernünftige Entscheidung, nicht zum noch beeindruckenderen Teil mit mehr blauem Eis zu fahren, sondern am Rand des Gletschers zu bleiben, wo es nur ein bisschen blau und mehr grau war. Und da er in den Bergen aufgewachsen ist und viel mehr Erfahrung damit hat, habe ich zugestimmt, auch wenn ich gerne mehr blaues Eis gesehen hätte. Aber immerhin habe ich ein Bild von einer blauen Eisscholle 😉 (was man bei den kleinen Bildern gar nicht so richtig wahrnimmt, im Verhältnis wie es in der Realität aussah)

Nach dem Gletscher sind wir wieder Richtung Pieskehaure zurückgefahren. Wir haben die Hütte hinter uns gelassen und uns einen schönen Platz zum Zelten gesucht. Bequem für die Hunde und mit einem grandiosen Ausblick für uns 😊

Am nächsten Tag fuhren wir nach Vaimok. Letztes Jahr war diese Etappe sehr anspruchsvoll mit steilen Stufen die Berge hinauf. Dieses Jahr mit fast keinem Schnee und relativ hartem Trail am Morgen war es wirklich einfach, nicht einmal so anspruchsvoll wie ein Hügel hier auf unserer Wochentour 😂 Wir brauchten also nur etwas mehr als eine Stunde, um nach Vaimok zu gelangen. Dort hatten wir ein nettes Gespräch mit dem Hüttenwart, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Unser Plan war, von Pieskehaure über den See nach Miekak und von dort zurück nach Mavas zu fahren. Etwa 5 km von der Pieskehaure-Hütte entfernt fanden wir einen weiteren schönen Übernahctungsplatz am See. Wir verbachten den Nachmittag in der Sonne und es fühlte sich an wie 20 Grad. In Anbetracht der Wettervorhersage von vor drei Tagen – wir hatten keinen Telefonempfang, um sie zu aktualisieren – dachten wir bereits, dass wir unsere Pläne vielleicht noch einmal ändern müssten.

Und tatsächlich, als ich um 5 Uhr aufstand, regnete es und auch nachts waren die Temperaturen nicht unter Null Grad. Also entschieden wir uns, nicht weiter auf dem See zu fahren, sondern zurück zum Haupttrail. Das war die einzig vernünftige Entscheidung. Auf der Spur vom Vortag sanken die Hunde bis zu 20 cm in den Schnee ein oder manchmal sogar noch tiefer, wenn Löcher auftauchten. Wir hatten erwartet, dass dies auf dem Haupttrail viel besser sein würde, aber es blieb genau gleich, außer wo der Schnee sowieso nur 5 cm hoch war 🙈

Um keine Verletzungen für die Hunde zu riskieren und sicher zu sein, dass wir Schnee haben, bis wir zum Auto kommen, entschieden wir uns, ohne eine weitere Nacht auf dem Trail direkt zurückzufahren. Die Hunde haben einen tollen Job gemacht, allen voran unsere Hauptleithunde Barolo und Ruby in Raffis Team, aber sehr bemerkenswert ist auch Mavas – ja, sie ist nach dem See benannt, an dem wir vorbeigefahren sind – die die ganze Tour für mich im Lead gelaufen ist, auch wenn sie gerade mal 21 Monate alt ist und ihre erste Saison läuft. Aber auch alle anderen Hunde waren super: Luna, Mufasa, Storm, Pumba, Nala, Rafiki, Arox, Stella, Rubin, Zazu und Mose. Danke an euch alle für eine großartige Tour!

Und um die Geschichte zu vervollständigen… gute Entscheidung, umzukehren, der steile Hügel hinunter nach Mavas hatte nicht mehr viel Schnee… und jetzt mussten wir bergauf. Hätte keinen Spaß gemacht, wenn man den Schlitten schieben müsste 🙈 und um Ikkesjaure war noch weniger Schnee als drei Tage zuvor…

Fazit: ja, es ist schade, dass wir die Tour kürzen mussten, nachdem wir uns so lange darauf gefreut hatten, aber „DOGS FIRST“, immer! Und auf jeden Fall haben wir tolle Erinnerungen von der Tour mitgenommen.

Nun ist die Wintersaison offiziell vorbei und wir möchten unseren Hunden, unseren Partnern und all unseren Gästen, die diesen Winter zu dem gemacht haben, was er war, „Danke“ sagen. Wir freuen uns, euch wieder bei uns begrüßen zu dürfen. Und alle anderen, die noch nicht auf Tour waren… schaut euch unsere Touren an und kontaktiert uns für euer nächstes Abenteuer, die Hunde warten auf euch 😃

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26.12.2022

Frohe Weihnachten und ein frohes neues Jahr

Wir wissen, ihr wartet auf einen neuen Blogbeitrag 😉 und natürlich möchten wir euch allen ein frohes Weihnachtsfest 🎄und einen guten Rutsch ins neue Jahr 🎊 wünschen.

Es ist komisch, die gleichen Dinge immer zu wiederholen, aber wir warten immer noch auf mehr Schnee. An Heiligabend haben wir eine schöne Trainingsrunde über unseren Glommersträsk-Trail gemacht und den Sonnenuntergang über dem See und den Bergen genossen. Aber für die gestrige Tour mit Gästen mussten wir auf unserem „normalen“ Trail in die andere Richtung bleiben. Denn auf dem Weg nach Glommersträsk gibt es viele Entwässerungsgräben, die etwa 1 m tief und 50-80 cm breit sind. Bei genügend Schnee merkt man sie nicht, aber jetzt ist es ein großes Verletzungsrisiko, wenn man es nicht gewohnt ist, einen Schlitten zu fahren und die Hunde genau zu beobachten. Wir hoffen also jeden Tag auf mehr Schnee ❄️

Wenn wir die letzten Wochen nicht trainiert haben, ging es weiter mit der Renovierung unseres Gästehauses und in zwei Tagen werden die ersten Gäste einziehen. Zeit, euch ein paar Vorher-Nachher-Bilder zu zeigen 😃 es gibt einige Bilder von nicht genutzten Zimmern, die noch schlimmer sind als was ihr unten seht, aber da wir noch keine „Nachher“-Bilder von diesen Räumen gemacht haben, lassen wir sie hier weg 😉 eine ausführliche Beschreibung des Hauses findet ihr hier. Außerhalb der Saison für die Wintertouren ist es möglich, das Haus mit oder ohne anderen Aktivitäten zu mieten, schreibt uns einfach eine E-Mail, wenn ihr euren nächsten Urlaub hier verbringen möchtet.

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18.11.2022

Noch immer kein Schnee

Der Winter ist da, mit erstmals -20° heute Morgen 🥶👏 und während sich die meisten Menschen in ihren Betten nochmal umdrehen und die Decke etwas enger um ihren Körper ziehen, gehen wir raus und sind glücklich. Diese Temperaturen führen dazu, dass die Seen zufrieren und auch die Sümpfe, die normalerweise viel Wärme im Boden speichern und hoffentlich auch die kleineren Wasserläufe, die nicht so schlimm erscheinen wie ein großer See, aber in Wirklichkeit mehr und länger eisige Temperaturen brauchen, damit das fließende Wasser friert, um es sicher mit den Schlitten überqueren zu können.

Aber ein Teil des Winters fehlt noch: der Schnee ❄️ wir hatten letzte Woche ein bisschen Schnee, aber am Freitag und Samstag waren es Plusgrade und es hat geregnet… und seitdem haben wir perfekte Bedingungen zum Eislaufen, aber nicht zum Training. Ein großer Teil unserer Trails besteht aus purem Eis, so dass wir gezwungen sind, eine Trainingspause einzulegen. Vielleicht würden einige Teile funktionieren, aber natürlich muss man zuerst dorthin gelangen, und das ist das Problem. Auch wenn man die Hunde in den Anhänger packt und ein bisschen fährt, haben wir immer noch vereiste Waldwege oder die Trails sind sehr kurz, so dass es keinen Sinn macht, dort hin zu fahren. Und man muss bedenken, dass die Hunde auf einem guten Trainingsniveau sind, also gewinnt man mit schlechtem Training jetzt nichts, riskiert aber ernsthafte Verletzungen, wenn man sie auf Eis laufen lässt. Fast jeden Herbst hat man diese Zeit, in der man eine Woche nicht trainieren kann und man sich einfach gedulden muss, bis die Bedingungen besser werden… Geduld – nicht so meine Stärke 😂🙈, aber wir machen das Beste draus, verbringen viel Zeit im Freilauf oder auf Spaziergängen und hatten sogar Zeit, den Sonnenuntergang über Glommersträsk einzufangen 😊

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05.11.2022

Herbsttrainingswoche

Letzte Woche hatten wir unsere ersten Gäste für eine Herbst-Trainingswoche und diese Woche hatte alles… außer Schnee 🙄❄️🙈

Unsere Gäste kamen am Freitagnachmittag an und wir begannen mit einem normalen ATV-Training. Kurz nach dem Training und dem Füttern wurden die Hunde etwas unruhig und eine Minute später sahen wir sie… es waren noch mehr Besucher auf dem Hof. Eine Elchkuh mit ihren zwei Kälbern und ein großer Bulle. Aber damit nicht genug, plötzlich explodierte der Himmel und wir hatten tolle Nordlichter – sie ignorierten unseren Plan für den nächsten Abend 🤣 also musste das Abendessen etwas warten 😉 Nach dem Abendessen gingen unsere Gäste ins Bett, aber wir nicht. Die Elche waren noch da und es gab sogar noch einen weiteren, einen jungen Bullen. Die Hunde waren nicht so laut, aber es schien, dass die Elche für eine Weile direkt hinter den Zwingern waren. Und tatsächlich, plötzlich hörte man ein Geräusch vom Zaun des Freilaufs… wir warteten etwas und nahmen dann unsere Stirnlampen, um nachzusehen. Und… oh nein, was wir schon früher befürchtet hatten, war passiert. Der große Bulle war in den Zaun gekracht und hat sogar den Eckpfosten mit samt den beiden Stützpfosten herausgerissen 😬 während wir noch überlegten, wie wir es reparieren könnten – wir waren uns nicht sicher, ob wir genug Zaun übrig hatten – gingen die Elche zum Zaun hinter der Grillhütte… aber diesmal blieben sie zum Glück draußen. Und wir gingen ins Bett, um wenigstens ein paar Stunden Schlaf zu bekommen.

Am nächsten Tag folgte ein weiterer Trainingslauf, teilweise bei Sonnenschein ☀️ und natürlich haben wir den Freilauf repariert. Außerdem waren wir mit den Puppies spazieren und spielen und erklärten viel über die Aufzucht eines eigenen Hundeteams, Training und Sozialisation. Für den Abend war die Aurora-Vorhersage recht gut und wir hatten eine kleine Nordlichttour geplant. Aber auch wenn der Himmel klar und voller Sterne ✨ war, haben wir anfangs vergeblich gewartet. Aber natürlich ist die Natur nicht immer vorhersehbar und man muss geduldig sein, um seine Ziele zu erreichen. Also wechselten wir den Standort, verließen Glommersberget (den Hügel des Dorfes) und fuhren zum Skogsträsk (ein See, den wir auch mit unseren Wintertrails nutzen) und ratet mal, was passiert ist? Lady Aurora fing wieder an zu tanzen 😃

Am Sonntag haben wir ein weiteres Training absolviert und zusammen mit unseren Gästen einen neuen Schlitten für die kommende Wintersaison vorbereitet. So konnten sie lernen, wie man die Leinen für den Schlitten herstellt und welche Ausrüstung dazu gehört. Also, wenn die Schlitten bereit sind, warum vermissen wir dann noch den Schnee ❄️❓

Den nächsten Tag verbrachten wir mit Hundepflege und Puppies. Wir haben die Krallen überprüft und wo nötig geschnitten, was hauptsächlich die Welpen und Stella waren, weil die meisten Hunde ihre Krallen beim Training auf Sand und Steinen ablaufen. Im Herbst sollte man also nicht zu viel schneiden, um beim nächsten Training keine blutigen Nägel zu riskieren. Wir haben die Zeit auch genutzt, um in einigen Hundehütten Späne aufzufüllen und die Hunde haben ihre neuen bequemen Betten sehr genossen 😴

Dienstag war der einzige sonnige Tag in dieser Woche, während die Temperaturen etwas niedriger waren, so dass die Wasserlöcher auf unserem Trail zufrieren konnten. Aber das hielt nicht lange an… mit Regen und Nebel in den nächsten Tagen waren sie wieder offen und die Hunde sehen nach dem Training aus, als wären sie bei einer Schlammparty gewesen. Langsam werden sie es leid, immer so dreckig zu sein… zumindest sehen ihre Gesichter so aus 😏

Das einzig Gute bei diesem schlechten Wetter ist: man hat einen guten Grund, einen Welpen mit nach drinnen zu nehmen und auf dem Sofa zu relaxen 😊

Zusätzlich haben wir noch ein bisschen Kickbike-Training gemacht, um unseren Gästen die Vielfalt des Trainings zu zeigen und haben uns über die fetten Reifen gefreut, denn mittlerweile sind die Trails so schlammig, dass man mit einem normalen Rad kaum noch fahren kann 🙃

Jedenfalls haben sich unsere Gäste über all die neuen Erfahrungen gefreut und vielleicht hat der Schnee gefehlt, damit sie im Winter wiederkommen (müssen)? 😆

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20.10.2022

Wo bleibt der Schnee?

Das Herbsttraining ist in vollem Gange und wir warten sehnsüchtig auf den Schnee. Aber selbst wenn es zumindest nachts endlich einige Grad unter Null ist und der Boden morgens frostig ist – an manchen Stellen sogar den ganzen Tag – sieht es nicht wirklich nach Winter aus 😬

Wir genießen die farbenfrohen Morgen mit wunderschönen Sonnenaufgängen und reifbedeckten Pflanzen um uns herum, aber für die Hundepfoten sind das schreckliche Bedingungen. Zumal wir im Sommer so viel Wasser auf dem Trail hatten, dass wir zwischen 1,5 und 3 km nach dem Start immer noch große Wasserlöcher haben. Das bedeutet, dass es wenig Sinn macht, den Hunden vor dem Start Booties anzuziehen, denn wenn sie nass werden, müssen sie gewechselt werden. So bekommen am Start nur die Hunde, die schon wunde Füße haben, Schühchen. Nach 3 km halten wir an und wechseln diese und ziehen allen anderen Hunden, die etwas empfindlich sind, Booties an, was bei diesen Bedingungen ziemlich viele sind 🙈. Aber das braucht Zeit und die Hunde sind kurz nach Trainingsbeginn nicht wirklich geduldig 😂 aber sie genießen das Training und träumen vom echten Winter

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03.10.2022

Kiruna Sleddog Symposium

Das letzte Wochenende war ich in Kiruna, um das Kiruna Sleddog Symposium zu besuchen, das normalerweise alle zwei Jahre stattfindet, aber da Corona dazwischenkam, war es bereits drei Jahre her, dass es das letzte Mal stattfand, und außerdem konnten wir das letzte Mal nicht teilnehmen, weil es so kurz vor Joëls Geburt war und 2017 waren wir in Norwegen. Also hatte ich 2015 das letzte Mal die Möglichkeit dabei zu sein. Vielleicht könnt ihr euch vorstellen, wie sehr ich mich gefreut habe, nun endlich wieder hingehen zu können ☺️

Für alle, die sich ein bisschen für den Schlittenhundesport oder die Musher-Szene interessieren, werde ich einen Rückblick auf das Symposium schreiben und ich bin sicher, das nächste Symposium werdet ihr nicht verpassen wollen.

Zunächst möchte ich betonen, wie großartig es ist, dass der Kiruna Sleddog Club diese Veranstaltung alle zwei Jahre organisiert und nicht nur lokale Musher, sondern auch Redner aus den USA und Kanada einlädt.

Dieses Jahr gab es neue Redner auf dem Podium mit sehr beeindruckenden Geschichten, aber bevor ich darüber spreche, möchte ich dem US-Tierarzt Dr. Jerry Vanek danken, der dieses Jahr (wie viele andere Male) auch Gast war, aber nicht persönlich auf der Bühne stehen konnte. Dennoch traf ich ihn in Mats‘ Kennel, wo ich übers Wochenende blieb. Ich kenne Jerry, seit ich mit Schlittenhunden arbeite, das sind jetzt mehr oder weniger genau acht Jahre. Er hat mir viel über die Physiologie des Hundes, den Einfluss von Ausrüstung auf die Hunde, die bestmögliche Versorgung der Hunde usw. beigebracht. Er ist nicht nur Tierarzt und Lehrer im Bereich Schlittenhunde, sondern auch ein sehr erfahrener Tierarzt bei Schlittenhunderennen. Und ich habe mich wirklich gefreut, dass ich ihm 2018/2019 bei seinen Geschirr- und Bewegungsstudien und bei seiner Arbeit als Renntierarzt beim Lapland Quest 2019 helfen und so viel von ihm lernen konnte. Und nachdem wir uns seit Februar 2019 nicht mehr getroffen haben, war es großartig, ihn jetzt wieder in Schweden zu haben 😃 Auf dem Symposium hielt er zwei Vorträge über die Wirbelsäule des Schlittenhundes, ein Körperteil, der leicht übersehen wird, weil es viel einfacher ist, einen hinkenden Hund zu erkennen, als Probleme im Zusammenhang mit der Wirbelsäule zu sehen. Natürlich war mir nicht alles neu, nachdem ich viele Jahre mit Jerry gearbeitet und ihm zugehört hatte, aber es ist trotzdem immer gut, daran erinnert zu werden und sein Wissen in all diesen Bereichen zu vertiefen. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Mal, wenn wir uns treffen.

Ok, gehen wir weiter zu den Mushern, die dieses Jahr Referenten waren. Der erste war Rob Cooke. Ursprünglich stammt er aus Großbritannien und wollte sich vor 25 Jahren nur einen Siberian Husky als Haustier kaufen. Ihr wisst, was folgt? Ja, ein Hund braucht einen Begleiter, also bekommst du einen zweiten, aber wenn du zwei vor dem Trainingswagen oder Schlitten hast, nimmst du vielleicht einen oder zwei mehr und im Nu hast du plötzlich zehn Hunde. Sorry Rob, so ist das Leben mit Hunden 😂 In seiner ersten Präsentation sprach Rob darüber, wie er zu den Hunden gekommen ist, über seine Erfahrungen im Sprint- und Mittelstrecken-Mushing in Großbritannien und wie er schließlich in Kanada gelandet ist, wo er einen Kennel mit etwa 50 Siberian Huskies hat und das Yukon Quest und Iditarod fährt und dabei immer mit einem sehr glücklichen Hundeteam ins Ziel kommt. In seiner zweiten Präsentation sprach er sehr, sehr offen darüber, wie man auf ein Rennen hinarbeitet. Das heißt angefangen von der Zucht, über Fütterung, Training, Vorbereitung und Ethik. Auch wenn die Zeit zu kurz war, gab er einen tiefen Einblick, wie und was er füttert, wie er die Hunde trainiert und sozialisiert und vieles mehr. Für mich war es wirklich beeindruckend, wie viel Glück und Freude man in Robs Augen lesen konnte, wenn er über seine Hunde sprach. Er betonte, wie wichtig es ist, immer glückliche Hunde zu haben, und das sieht man auf jedem einzelnen Foto und Video, das er in seiner Präsentation hatte. Die Hunde lächelten oder sprangen immer herum, nicht nur vor dem Start, sondern auch im Ziel. Ein toller Musher mit einer tollen Einstellung zu seinen Hunden. Wenn ihr seine ganze Geschichte lesen möchtet, besucht doch die Homepage seines Kennels Shaytaan Siberian Huskies.

Die nächste Referentin war Malin Strid, die mit ihrem Lebensgefährten Lars Hoffmann den Kennel Cold-Nose-Huskies betreibt, von dem wir auch unsere Mavas haben. Malin sprach über ihren Weg angefangen bei der Kindheit über ihre Zeit als Handler bei Petter Karlsson bis hin zum Aufbau ihres eigenen Kennels und schließlich dazu, Teil der Top-Elite unter den Langdistanz-Mushern zu sein. Bei ihrer ersten Teilnahme am Femundløpet 650 km in diesem Jahr den 3. Platz hinter den großen norwegischen Meistern Thomas Wærner und Robert Sørlie zu belegen, kann in der Tat nicht als Niederlage angesehen werden, nur weil ihr Leithund sich weigerte, Robert zu überholen. Mit diesen Idolen auf dem Podium zu stehen, ist an sich schon ein Erfolg und noch mehr Motivation, seinen Träumen weiter zu folgen, was übrigens in derselben Saison zu einem weiteren 3. Platz im Finnmarksløpet 600 km führte. Malin verwies darauf, wie wichtig es ist, einen Plan zu haben und ihn zu befolgen. Ja, es kann notwendig sein, zu Plan B oder C oder D zu wechseln, aber wenn man jedes kleine Problem oder jeden Rückschlag als Entschuldigung dafür nimmt, nicht zu trainieren, nicht Rennen zu fahren usw., wird man seine Ziele nie erreichen. Ich stimme dem vollkommen zu, folge deinen Träumen, egal welche Komplikationen dich dazu bringen, den Weg anzupassen. Aber nur wer sein Ziel vor Augen hat, hat auch eine Chance, es zu erreichen. Träume können wahr werden, aber dafür zu arbeiten hilft viel mehr, als nur darauf zu warten, das Glück zu haben, dass sie sich zufällig erfüllen. Und wir werden sehen, vielleicht steht Malin in naher Zukunft auch beim Iditarod an der Startlinie.

Der nächste auf der Bühne war Dan Kaduce, der das Iditarod 2022 mit allen 14 Hunden im Geschirr auf dem 4. Platz beendete. Für manche Menschen – mich eingeschlossen – ist das fast so gut wie das Rennen zu gewinnen, vielleicht sogar noch besser. In seiner ersten Präsentation ließ uns Dan am Rennen teilhaben, indem er von Checkpoint zu Checkpoint ging und beeindruckende Bilder und Videos zeigte, die er auf dem Trail gemacht hatte. Die zweite Rede konzentrierte sich auf Fragen, die Dan aus dem Publikum bekam, was alles von Zucht, über Fütterung, Training und Ausrüstung abdeckte. Eine Frage, die er von vielen Mushern bekam, bezog sich auf das Geschirr, das er benutzt, denn es ist ein sogenanntes Kurzgeschirr, in Skandinavien verwenden fast alle Langdistanz-Musher X-Back oder ähnliche Geschirre. Also erklärte Dan die Vorteile, die er in dieser Art von Geschirr sieht, wies aber auch darauf hin, dass es wichtig ist, sich jeden einzelnen Hund anzusehen, da einige Geschirre einem Hund einfach nicht passen, selbst wenn es theoretisch die richtige Größe ist. Deshalb hat er für einige Hunde auch andere Geschirre, aber da das Leinensystem bei kurzen Geschirren natürlich ganz anders ist, kann man sie nicht mit X-back oder den hier sehr populär gewordenen Stick-Geschirren mischen, auch wenn er sehr daran interessiert ist, dieses auch mal auszuprobieren. Aber das Thema Geschirr kann ein ganzes Symposium füllen, also zurück zu den Hunden und Mushern 😉 Wenn ihr mehr über Dan wissen möchtet, besucht die Homepage des Dew Claw Kennel.

Eine weitere Rednerin auf dem Symposium war Anny Malo zusammen mit ihrem Ehemann Marco Rivest. Sie sprachen über ihr Leben mit ihren Hunden und zwei Söhnen, was bedeutet, dass die ganze Familie im Hundesport aktiv ist und umherfährt, um an Mittelstrecken- und Etappenrennen teilzunehmen. Anny ist wahrscheinlich die beste kanadische Rennfahrerin in dieser Kategorie und hat ihre Erfahrungen und Gedanken darüber geteilt, wie sie ihr Team und sich selbst auf diese Rennen vorbereitet. Aber um ehrlich zu sein, sind Mittelstrecken- und Etappenrennen für mich nicht so interessant, daher kann ich euch nicht die Details ihres Trainings erzählen, weil ich es nicht für mich annehmen würde. Das heißt aber nicht, dass man nicht von ihr lernen kann, denn Themen wie die Bindung zu seinen Hunden sind völlig unabhängig von Rennen oder Touren, es ist nur eine allgemeine Frage. Und bei Anny hat man wie bei allen anderen Mushern vor Ort die gleiche Freude gesehen, wenn sie über ihre Hunde sprach, was großartig ist.

Schließlich war noch Lina Hallebratt auf der Bühne. Sie ist als Musherin nicht so bekannt, weil sie gerade erst in diesem Bereich angefangen hat. Sie wurde jedoch zweimal zur schwedischen Abenteurerin des Jahres gekürt, mit vielen wirklich interessanten Expeditionen, die fast immer von einem oder mehreren Hunden begleitet wurden. Neben einigen anderen Expeditionen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Kajak hat sie das Weiße Band – ein Weg von 1.200 bis 1.500 km über die schwedischen Berge, von Grövelsjön im Süden bis Treriksröset im Norden – bereits acht (!) Mal absolviert, zwei Mal in beide Richtungen, was 3.000 km bedeutet. Das ist wirklich, wirklich beeindruckend. Vor allem, wenn man hört, dass sie nicht in einer Outdoor- oder Tierfamilie aufgewachsen ist. Das letzte White Ribbon war das erste Mal mit einem Schlittenhundegespann und auf einem Schlitten stehend, was jetzt schon zu zehn eigenen Huskys geführt hat… mmh, ich glaube, das erinnert mich an meinen Kommentar zu Robs Rede 🙈 

Neben interessanten Vorträgen bietet das Kiruna Sleddog Symposium auch eine Messe, auf der alle großen (und kleineren) Unternehmen, die in der Schlittenhundebranche tätig sind, ihre Produkte zeigen, für Gespräche und Informationen da sind und mit etwas Glück findet man das, was man braucht für einen guten Preis. Es ist immer schön, die Möglichkeit zu haben, einige Produkte „live“ zu sehen, anstatt sich nur vorzustellen, wie sie in Wirklichkeit aussehen und sich anfühlen, wenn man sie nur auf dem Bildschirm sieht.

Bevor ich zum Ende dieses Beitrags komme, muss ich noch eine lustige Geschichte erzählen: the Kiruna Slädhundklubb, der Veranstalter, hat eine Lotterie veranstaltet, bei der man einen Schlitten gewinnen konnte. Tatsächlich waren es zwei Verlosungen, eine für einen Axaeco-Schlitten, an der alle automatisch teilnahmen, die sich vor einem bestimmten Datum angemeldet hatten, und eine für einen Oinakka-Schlitten, bei der man während des Symposiums Lose kaufen konnte. Und ratet mal, wer der glückliche Gewinner des Oinakka-Schlittens war? Nein, nicht ich… Es war der Hersteller von Björkis Schlitten, der anderen bekannten Schlittenfirma in Kiruna 🤣 also was sollte er mit einem Oinakka-Schlitten machen? Er gab ihn dem Club für eine Versteigerung an das Publikum zurück, mit dem Ziel, Geld für die Kinder im Club zu sammeln. Und mit der Hilfe von Jodi (Dans Frau) wurde eine spontane Auktion in Kirunas Folkets Hus durchgeführt. Wahrscheinlich die letzte, denn das Sleddog Symposium war die letzte große Veranstaltung in diesem Gebäude im alten Zentrum von Kiruna. Nahezu alles rundherum ist bereits geschlossen, da die Stadt seit einigen Jahren umzieht, um der Eisenmine die Möglichkeit zu geben, ihren Abbau ohne Risiken für Häuser und Menschen in Kiruna fortzusetzen. Eine ganze Stadt zieht um – das ist in der Tat ein Thema für einen anderen Artikel.

Aber falls jemand nach diesem Wochenende noch nicht mit dem Schlittenhundevirus infiziert ist, lasst es mich bitte wissen, ich kann mir nicht vorstellen, dass dies möglich ist 🐕 und denkt daran: hört nicht auf, eure Träume zu verfolgen, sie werden nur wahr, wenn ihr daran arbeitet.

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27.09.2022

Es ist Herbst

Auf was warten wir am allermeisten während der wärmeren Monate? Richtig, Schnee 😃❄️ och müssen wir uns gedulden, aber wir drücken die Daumen, dass es nicht mehr lange dauern wird… 🤞

Unterdessen hat der Herbst sichtlich Einzug gehalten. Wir hatten ungefärbt zwei Wochen mit tollen Herbstfarben 🍁🍃🍂 aber auch viel Regen 🌧 und schlammige Trainingstrails. Aber was soll’s, wir können trainieren und das ist, was zählt 😊 und natürlich hatten wir zwischendurch auch ein paar sonnige Runs ☀️🐾 

Außerdem hatten wir ein paar Nächte mit magischen Nordlichtern und einem sternenklaren Himmel 🌌 und auch wenn wir Lady Aurora auch bequem vom best aus beim Tanzen zusehen können, so muss man ab und zu einfach rausgehen und in den Himmel schauen. Auch nicht immer mit einer Kamera 📷 aber natürlich haben wir auch Fotos für euch gemacht, damit ihr schon einmal von eurem nächsten Abenteuer mit uns träumen könnt 😉

Die Puppies wachsen und gedeihen prächtig. Alba (vorher Katie) ist bereits vor zwei Wochen in ihr neues zu Hause zu unseren Freunden nach Vilhelmina umgezogen und wurde dort freudig begrüßt. Ihr neuer Name geht übrigens auf Papa Barolo zurück, denn Alba ist die nächstgelegene Stadt zur Wein-Region Barolo. Telma und Loo (zuvor Jackie und Charlie) werden am Freitag zu einem Freund nach Finnland umziehen. Der Rest des Antarctica-Wurfs bleibt bei uns. Maya als Anführerin, Beauty-Queen Shadow, das kleine mutige Mädchen Shorty, der große Buck und der süße Max, der als kleinster im Wurf wohl immer mein Baby bleiben wird 🙈

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25.08.2022

Sommer News

Bald ist es Herbst, Zeit also zurückzuschauen, was so alles im Sommer passiert ist oder noch andauert.

Zuerst natürlich die Hunde: unsere Puppies wachsen und gedeihen 🐶 Sie sind jetzt 6,5 Wochen und erkunden die Welt. Klar, versuchen sie auch immer mal wieder dumme Sachen wie an Schnürsenkeln, Jacken und Hosen zu kauen 🙈 ab und zu nehmen wir ein Puppy mit rein, einerseits um sich daran zu gewöhnen, auch mal ohne die Geschwister zu sein, andererseits drin zu sein, was aber meist kein Problem ist. Sie entspannen/schlafen auf dem Sofa als würden sie nie was anderes tun 😂

Die großen Hunde warten immer noch auf den Beginn des ernsthaften Herbsttrainings. Lange Zeit war es selbst nachts viel zu warm, um ein regelmäßiges Training nach Plan zu absolvieren. Und jetzt, wo die Temperaturen am späten Abend oder am frühen Morgen endlich wieder ok sind, kämpfen wir mit diesem blöden Virus, von dem wir es 2,5 Jahre geschafft hatten, verschont zu bleiben 😬 Also mehr Freilauf und individuelle Aktivitäten als Training mit einem großen Team. Aber wir hoffen, dass wir bald unserem normalen Trainingsplan folgen und gemeinsam mit unseren Hunden die schönen Herbstfarben genießen können 🐕🍁

Sommerzeit ist Beerenzeit. Es begann mit den Moltebeeren, Himbeeren und Blaubeeren folgten 🫐 und bald sind die Preiselbeeren reif. and soon lingonberries are ready. Wir haben viel von allem gesammelt, teils haben wir daraus leckere Marmelade hergestellt, teils liegt es im Gefrierschrank, um es im Winter zum Backen oder für Desserts zu verwenden. Neben den Beeren haben wir auch Marmelade aus den großen Rhabarberpflanzen auf unserem Hof, Sirup aus Waldweidenröschen hergestellt und Pilze getrocknet 🍄 nein, keine Fliegenpilze 😉

Aber die größten Neuigkeiten sind, dass wir endlich ein Gästehaus gefunden haben 😃 Jetzt haben wir genug Platz, um unsere Gäste für Wintertouren unterzubringen, ganzjährig Programme zu planen oder einfach zu vermieten, wenn jemand vorbeikommen möchte, um sich vom Alltag zu erholen.

Es war ein langer Prozess mit diesem Thema. Zuerst dachten wir, „Gammelgården“, das alte Haus auf unserem Hof, als Gästehaus zu nutzen. Doch es stellte sich heraus, dass die Substanz nicht gut genug ist, um so große Investitionen in eine Renovierung sinnvoll erscheinen zu lassen. Daher ist es jetzt unsere Hundefutterküche, Futter- und Ausrüstungslager.  

Die nächste Idee war, eine kleine Gästehütte auf dem Hof zu bauen. Aber mit den unglaublich hohen Kosten und Lieferschwierigkeiten für Baumaterial seit 1,5 Jahren und Einschränkungen bei der Finanzierung während Corona war das auch in absehbarer Zeit nicht realistisch. 

Also dachten wir, ein Haus zu kaufen. Zuerst haben wir in Moräng nach einer Alternative gesucht, waren aber am Ende nicht erfolgreich. Dann haben wir Glommersträsk in Betracht gezogen. Das erste Haus, an das wir dachten, konnten wir wochenlang nicht besichtigen. Irgendwann wollten wir nicht mehr warten und kontaktierten die Eigentümer eines anderen Hauses, von dem wir gehört hatten, dass es zum Verkauf steht. Und am Ende haben wir uns für dieses entschieden. Es ist etwas größer als ursprünglich geplant, aber so haben wir auch die Möglichkeit, z.B. eine größere Familie oder eine Gruppe von Freunden dort im Sommer unterzubringen. Und für den Winter können wir auf Wunsch der Gäste Einzelzimmer für alle anbieten 😉

Das Haus liegt im schönen Teil von Glommersträsk, nicht an der Hauptstraße. Von einem Teil des Gartens sieht man den See und von einigen Fenstern die Hügel in der Umgebung. Es ist perfekt gelegen, um den Hügel hinauf nach Toppstugan zu laufen, und der Schneemobiltrail im Winter, den wir auch bei einigen Hundetouren benutzen, führt nur 50 Meter vom Hof entfernt vorbei 😊

Natürlich, wie immer, wenn man ein altes Haus kauft, gibt es Renovierungsbedarf, manche Zimmer nur ein paar Details, manche ein bisschen mehr … also wisst ihr, was wir die nächsten Wochen tun, wenn wir nicht trainieren 🛠

Wenn alles fertig ist, werden wir vier Schlafzimmer für Gäste haben, ein Wohnzimmer, ein Esszimmer mit Kamin und eine große Küche. Außerdem gibt es viele kleinere und größere Lagerräume und einen Keller mit Möglichkeiten für zukünftige Projekte. Es gibt auch ein kleines Nebengebäude mit separatem Schlaf-/Wohnzimmer und Toilette. Und im Garten könnt ihr sitzen und die Ruhe um euch herum genießen oder natürlich je nach Jahreszeit Rhabarber, Himbeeren, Johannisbeeren (schwarz und rot) und Äpfel pflücken. Vielleicht pflanzen wir auch ein paar Erdbeeren 🍓 

Wir wissen schon, dass ihr jetzt Fotos sehen möchtet, aber die müssen warten bis alles fertig und schön ist 😉

Zu guter Letzt möchten wir noch darauf hinweisen, dass wir alle Wintertermine für Tourbuchungen geöffnet haben, nachdem wir nun wissen, dass wir eine tolle Unterkunft für die Zeit vor und nach der Tour haben. Die Tourenbeschreibungen findet ihr hier. Zu Weihnachten, Silvester und Ostern machen wir Specials, auch geeignet für Familien mit Kindern ab 6 Jahren. Kontaktiert uns gerne, wenn ihr Fragen zu den Touren habt oder eine Tour euren speziellen Wünschen anpassen möchtet. Wir freuen uns, euch bei uns begrüßen zu können. Für alle, die bereits an Frühling und Sommer denken: Diese Programme werden im Herbst bekannt gegeben, aber ihr könnt uns jetzt schon kontaktieren, wenn ihr nicht warten möchtet 😊